Warum Unternehmer nicht nur Einkommen, sondern Vermögen aufbauen sollten

Viele Unternehmer arbeiten jahrelang unglaublich viel.

Sie gewinnen Kunden.
Sie schreiben Angebote.
Sie führen Mitarbeiter.
Sie lösen Probleme.
Sie stehen früh auf und hören spät auf.
Sie investieren Geld.
Sie tragen Verantwortung.

Und am Ende des Jahres steht vielleicht ein gutes Einkommen.

Vielleicht sogar ein sehr gutes Einkommen.

Trotzdem würde ich heute eine Frage stellen, die aus meiner Sicht viel wichtiger ist:

Was ist aus all dieser Arbeit eigentlich als Vermögen entstanden?

Denn Einkommen und Vermögen sind zwei völlig unterschiedliche Dinge.

Einkommen entsteht durch Leistung.

Vermögen entsteht durch Eigentum an wertvollen Assets.

Und genau hier liegt für mich einer der entscheidenden Unterschiede zwischen einem guten Selbstständigen und einem langfristig denkenden Unternehmer.

Der Selbstständige fragt:

„Wie viel kann ich dieses Jahr verdienen?“

Der Unternehmer sollte zusätzlich fragen:

„Was baue ich dieses Jahr auf, das in fünf oder zehn Jahren noch einen Wert besitzt?“

Diese Frage verändert vieles.

Denn plötzlich geht es nicht mehr nur um Umsatz, Gewinn und persönliches Einkommen.

Es geht um:

  • Unternehmenswert
  • Eigentum
  • Marken
  • Kundenbeziehungen
  • Prozesse
  • digitale Assets
  • wiederkehrende Umsätze
  • Mitarbeiter
  • Systeme
  • Beteiligungen
  • Cashflow
  • und langfristig um die Möglichkeit, Kapital in weitere Unternehmen zu investieren.

Für mich ist das ein wesentlicher Teil von Unternehmertum.

Nicht nur Geld verdienen. Sondern etwas besitzen, das langfristig Geld verdienen und Wert schaffen kann.


Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einkommen und Vermögen sind nicht dasselbe.
  • Einkommen entsteht in erster Linie durch aktuelle Leistung.
  • Vermögen entsteht durch den Besitz wertvoller Assets.
  • Ein Unternehmen kann neben Einkommen auch ein Vermögenswert sein.
  • Umsatz allein sagt wenig über den tatsächlichen Unternehmenswert aus.
  • Langfristig interessante Unternehmen sind möglichst nicht vollständig von einer einzigen Person abhängig.
  • Unternehmer sollten deshalb nicht nur auf Gewinn, sondern auch auf Unternehmenswert achten.
  • Digitale Assets können ein möglicher Ausgangspunkt für neue Geschäftsmöglichkeiten sein.
  • Cashflow kann genutzt werden, um weitere Assets und Beteiligungen aufzubauen.
  • Für mich lautet die langfristige Logik: Create Equity → Compound Equity → Allocate Capital.
  • Das Ziel ist nicht maximaler Besitz um jeden Preis, sondern mehr Owner-Optionality und damit langfristig mehr Entscheidungsfreiheit.

Einkommen ist wichtig – aber Einkommen allein macht noch nicht reich

Zunächst einmal möchte ich einen Punkt klarstellen:

Einkommen ist wichtig.

Ohne Einkommen funktioniert auch Vermögensaufbau nicht besonders gut.

Ein Unternehmer muss Geld verdienen.

Ein Unternehmen braucht Umsatz und idealerweise einen positiven Cashflow.

Rechnungen müssen bezahlt werden.

Mitarbeiter müssen bezahlt werden.

Investitionen müssen finanziert werden.

Steuern müssen bezahlt werden.

Einkommen und Cashflow sind also keineswegs unwichtig.

Das Problem entsteht erst dann, wenn man Einkommen mit Vermögen verwechselt.

Du kannst beispielsweise über viele Jahre ein sehr gutes Einkommen erzielen und trotzdem relativ wenig Vermögen aufbauen.

Warum?

Weil das Einkommen wieder ausgegeben wird.

Oder weil die eigene Arbeitsleistung die zentrale Einnahmequelle bleibt.

Oder weil sämtliche Gewinne aus dem Unternehmen entnommen werden, ohne gleichzeitig die Unternehmenssubstanz weiterzuentwickeln.

Oder weil das Unternehmen zwar Umsatz macht, aber keinen nachhaltigen Wert aufbaut.

Das ist ein wichtiger Unterschied.

Ein hohes Einkommen ist noch kein Vermögen.


Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Einkommen und Vermögen?

Ich würde es sehr einfach erklären.

Einkommen ist ein Strom.

Vermögen ist ein Bestand.

Einkommen kommt beispielsweise aus:

  • Gehalt
  • Honoraren
  • Provisionen
  • Unternehmensgewinnen
  • Mieteinnahmen
  • Zinsen
  • Dividenden
  • Lizenzgebühren

Vermögen besteht beispielsweise aus:

  • Unternehmensbeteiligungen
  • Immobilien
  • Wertpapieren
  • Cash
  • Marken
  • geistigem Eigentum
  • digitalen Assets
  • Unternehmensanteilen

Der entscheidende Unterschied:

Einkommen beschreibt, was regelmäßig hereinkommt.

Vermögen beschreibt, was du besitzt.

Und genau deshalb halte ich Ownership für einen so wichtigen Bestandteil des Unternehmertums.


Unternehmer haben einen besonderen Vorteil: Sie können selbst Assets erschaffen

Als Unternehmer hast du eine Möglichkeit, die viele Menschen in dieser Form nicht haben:

Du kannst Vermögenswerte selbst entwickeln.

Du musst nicht ausschließlich dein Einkommen verwenden, um bereits bestehende Assets zu kaufen.

Du kannst aus deiner eigenen Arbeitskraft etwas Neues entstehen lassen.

Zum Beispiel:

Du hast Wissen.

Daraus entsteht eine Dienstleistung.

Aus der Dienstleistung entsteht ein Kundenstamm.

Aus dem Kundenstamm entstehen wiederkehrende Umsätze.

Aus den Umsätzen entstehen Prozesse.

Aus den Prozessen entsteht eine Organisation.

Aus der Organisation entsteht ein Unternehmen.

Und dieses Unternehmen kann einen Wert besitzen.

Das ist für mich einer der spannendsten Aspekte des Unternehmertums.

Du kannst aus relativ wenig Ausgangskapital einen wirtschaftlichen Vermögenswert entwickeln.

Natürlich funktioniert das nicht automatisch.

Viele Ideen scheitern.

Viele Unternehmen werden nie besonders wertvoll.

Viele Geschäftsmodelle sind stark von ihren Gründern abhängig.

Aber die Möglichkeit existiert.

Und genau deshalb finde ich Unternehmertum so interessant.


Ein Unternehmen kann Einkommen und Vermögen gleichzeitig erzeugen

Das ist aus meiner Sicht die ideale Kombination.

Ein gutes Unternehmen kann zwei Dinge gleichzeitig leisten:

1. Es erzeugt laufenden Cashflow.

2. Es besitzt einen langfristigen Unternehmenswert.

Damit entsteht eine interessante Dynamik.

Du arbeitest nicht nur für dein Einkommen.

Du arbeitest gleichzeitig daran, den Wert eines Assets zu erhöhen.

Das kann beispielsweise durch folgende Dinge geschehen:

  • mehr Kunden
  • höhere Margen
  • bessere Prozesse
  • stärkere Marke
  • wiederkehrende Umsätze
  • geringere Gründerabhängigkeit
  • bessere Mitarbeiterstruktur
  • bessere digitale Sichtbarkeit
  • größere Marktposition
  • zusätzliche Vertriebskanäle
  • stabilere Kundenbeziehungen

Unternehmenswert ist dabei nicht einfach gleich Umsatz.

Bei der Unternehmensbewertung spielen unterschiedliche Faktoren und Verfahren eine Rolle. Die IHK weist beispielsweise darauf hin, dass für die Bewertung unter anderem zukünftige Ertragskraft, Vermögenspositionen, Chancen und Risiken sowie die konkrete Unternehmensstruktur relevant sind.

Das finde ich für Unternehmer extrem wichtig.

Denn:

1 Million Euro Umsatz ist nicht automatisch 1 Million Euro Unternehmenswert.

Und:

Mehr Umsatz bedeutet nicht automatisch mehr Vermögen.


Der Umsatz ist eine Kennzahl. Der Unternehmenswert ist ein Asset.

Ich sehe bei Unternehmern immer wieder die Gefahr, dass zu stark auf Umsatz geschaut wird.

100.000 Euro Umsatz.

500.000 Euro Umsatz.

1 Million Euro Umsatz.

5 Millionen Euro Umsatz.

Natürlich sind diese Zahlen interessant.

Aber sie beantworten nicht die wichtigste Frage:

Was gehört mir am Ende eigentlich?

Ein Unternehmen mit 5 Millionen Euro Umsatz kann wenig profitabel, extrem abhängig vom Gründer und finanziell angespannt sein.

Ein Unternehmen mit 1 Million Euro Umsatz kann dagegen sehr profitabel, gut organisiert und stark positioniert sein.

Deshalb interessiert mich zunehmend eine andere Kennzahl:

Was ist dieses Unternehmen wert?

Und noch wichtiger:

Warum ist es etwas wert?


Unternehmenswert entsteht nicht nur durch Maschinen und Gebäude

Früher war die Vorstellung von Unternehmensvermögen stark materiell geprägt.

Maschinen.

Fuhrpark.

Immobilien.

Lager.

Produktionsanlagen.

Diese Dinge können natürlich weiterhin wichtig sein.

Aber moderne Unternehmen besitzen häufig auch immaterielle Werte.

Zum Beispiel:

  • Marke
  • Kundenstamm
  • Daten
  • Software
  • Prozesse
  • Know-how
  • digitale Reichweite
  • Vertriebsstrukturen
  • Mitarbeiterwissen
  • wiederkehrende Umsätze
  • Marktposition

Gerade bei kleineren und mittleren Unternehmen können solche Faktoren einen erheblichen Unterschied machen.

Die IHK weist ausdrücklich darauf hin, dass klassische Substanzwertverfahren immaterielle Werte wie Markenname, Kundenstamm oder Firmenwert nur unzureichend erfassen können. Gleichzeitig spielen bei ertragsorientierten Verfahren die künftig erzielbaren Überschüsse eine zentrale Rolle.

Das führt zu einer für mich wichtigen Erkenntnis:

Ein Unternehmer sollte nicht nur Dinge besitzen. Er sollte Systeme aufbauen, die wirtschaftlichen Wert erzeugen.


Was bleibt, wenn du nicht mehr arbeitest?

Eine Frage, die ich Unternehmern immer wieder stellen würde:

Was bleibt von deinem Unternehmen übrig, wenn du morgen sechs Monate nicht mehr darin arbeitest?

Natürlich ist das ein theoretisches Szenario.

Aber es zeigt ziemlich schnell, wo man steht.

Wenn die Antwort lautet:

„Dann läuft kaum noch etwas.“

dann bist vielleicht vor allem du das wichtigste Asset.

Das kann bei einem Selbstständigen vollkommen normal sein.

Aber wenn du ein Unternehmen als Vermögenswert aufbauen möchtest, ist es langfristig problematisch.

Denn ein Unternehmen, das vollständig von einer Person abhängig ist, ist schwieriger zu übertragen.

Die IHK Berlin weist beispielsweise darauf hin, dass bei kleinen und mittleren Unternehmen die Unternehmerpersönlichkeit, nicht dokumentiertes Wissen und die Abhängigkeit von der Eigentümerperson bei der Unternehmensbewertung berücksichtigt werden müssen. Ein Verkauf ist sinnvollerweise nur dann möglich, wenn das Unternehmen auch ohne den bisherigen Unternehmer lebensfähig ist.

Das ist ein extrem wichtiger Gedanke.

Du solltest nicht nur ein Unternehmen besitzen.

Du solltest ein Unternehmen besitzen, das auch ohne dich funktionieren kann.


Der Unternehmer als Asset Builder

Genau deshalb sehe ich einen Unternehmer langfristig weniger als jemanden, der einfach möglichst viel arbeitet.

Ich sehe ihn als Asset Builder.

Er baut Assets.

Er entwickelt Strukturen.

Er schafft Nachfrage.

Er entwickelt Kundenbeziehungen.

Er baut Marken.

Er schafft Prozesse.

Er entwickelt Mitarbeiter.

Er verbindet Menschen.

Er baut Unternehmen.

Und irgendwann besitzt er diese Assets.

Das kann zunächst sehr klein anfangen.

Eine Domain.

Eine Website.

Eine Marke.

Ein guter Content-Bereich.

Eine lokale SEO-Struktur.

Ein Kundenstamm.

Ein kleines Dienstleistungsunternehmen.

Eine Beteiligung.

Ein funktionierender Vertriebskanal.

Das einzelne Asset ist vielleicht noch nicht besonders wertvoll.

Aber mehrere funktionierende Assets können sich gegenseitig verstärken.


Digitale Assets können der Anfang sein

Das ist ein Bereich, der mich persönlich besonders interessiert.

Gerade digitale Assets können vergleichsweise kapitalarm aufgebaut und getestet werden.

Beispielsweise:

  • Domains
  • Websites
  • Content
  • SEO
  • digitale Marken
  • Landingpages
  • Datenbanken
  • digitale Communities
  • Leadgenerierung
  • Marktportale

Dabei sollte man allerdings nicht dem Irrtum erliegen:

„Ich baue eine Website und habe automatisch Vermögen.“

Natürlich nicht.

Eine Website alleine besitzt nicht automatisch einen hohen wirtschaftlichen Wert.

Interessant wird sie dann, wenn daraus etwas entsteht:

Suchintention

Traffic

Nachfrage

Leads

Kunden

Umsatz

Cashflow

Unternehmen

Unternehmenswert

Genau diese Entwicklung finde ich spannend.

SEO ist für mich deshalb kein Selbstzweck.

SEO ist eine Möglichkeit, digitale Nachfrage aufzubauen.


Vom digitalen Asset zum Unternehmen

Stell dir vor, du entdeckst eine interessante Marktnische.

Du registrierst eine passende Domain.

Du entwickelst eine Website.

Du erstellst hochwertigen Content.

Du baust organische Sichtbarkeit auf.

Nach einiger Zeit kommen erste Besucher.

Dann erste Anfragen.

Dann erste Kunden.

Jetzt verändert sich die Situation.

Aus einem digitalen Asset ist eine Nachfragequelle geworden.

Und aus der Nachfragequelle kann ein Geschäftsmodell entstehen.

Vielleicht machst du die Leistung zunächst selbst.

Später findest du einen operativen Partner.

Vielleicht baust du ein kleines Team auf.

Vielleicht entsteht daraus eine eigenständige Gesellschaft.

Vielleicht wird daraus ein Joint Venture.

Vielleicht wird es irgendwann verkauft.

Vielleicht bleibt es einfach ein profitables Unternehmen.

Genau hier kommt für mich der Begriff Optionality ins Spiel.


Vermögen bedeutet auch: Möglichkeiten besitzen

Vermögen wird häufig ausschließlich mit Geld verbunden.

Ich sehe es etwas breiter.

Vermögen bedeutet auch:

Optionen zu besitzen.

Wenn du einen hohen Cashflow hast, aber keinerlei Assets besitzt und jeden Monat wieder arbeiten musst, um dein Einkommen zu erzeugen, hast du weniger unternehmerische Optionality.

Wenn du dagegen Unternehmen, Beteiligungen oder andere wertvolle Assets besitzt, entstehen zusätzliche Möglichkeiten.

Du kannst:

  • halten
  • weiterentwickeln
  • verkaufen
  • einen Partner aufnehmen
  • einen Geschäftsführer einsetzen
  • investieren
  • zukaufen
  • fusionieren
  • reinvestieren

Du musst nicht jede Option nutzen.

Aber du hast sie.

Das ist für mich Owner-Optionality.

Und genau diese Entscheidungsfreiheit finde ich langfristig interessanter als einfach nur ein möglichst hohes Einkommen.


Warum Unternehmer Gewinne nicht immer vollständig konsumieren sollten

Das ist natürlich keine pauschale Finanzempfehlung.

Aber unternehmerisch betrachtet finde ich die Frage sehr interessant:

Was mache ich mit meinem Cashflow?

Es gibt grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten.

Du kannst ihn konsumieren.

Du kannst ihn als Sicherheit halten.

Du kannst Schulden reduzieren.

Du kannst investieren.

Oder du kannst ihn in das eigene Unternehmen reinvestieren.

Zum Beispiel in:

  • Mitarbeiter
  • Marketing
  • Vertrieb
  • Technologie
  • Prozesse
  • Akquisitionen
  • neue Geschäftsmodelle

Damit entsteht ein Kreislauf:

Unternehmen

Cashflow

Reinvestition

Wachstum / neue Assets

mehr Cashflow

mehr Unternehmenswert

Das ist für mich die interessante Seite des Unternehmertums.


Create Equity → Compound Equity → Allocate Capital

Wenn ich meine langfristige Denkweise in drei Schritte bringen müsste, würde ich sagen:

Create Equity

Compound Equity

Allocate Capital

Create Equity

Zunächst muss Wert geschaffen werden.

Aus Zeit, Wissen, Erfahrung, Unternehmergeist und möglicherweise digitalen Assets entstehen Geschäftsmöglichkeiten.

Es entsteht ein Unternehmen.

Es entsteht Ownership.

Das ist die Aufbauphase.


Compound Equity

Danach beginnt die nächste Phase.

Das Unternehmen erzeugt Cashflow.

Der Cashflow wird nicht vollständig konsumiert.

Ein Teil wird reinvestiert.

Das Unternehmen wird größer, profitabler und unabhängiger.

Vielleicht entstehen weitere Unternehmen.

Vielleicht Beteiligungen.

Vielleicht neue Geschäftsfelder.

Der Wert beginnt zu wachsen.


Allocate Capital

Irgendwann verändert sich die Rolle des Unternehmers.

Wenn mehrere Assets existieren und Cashflow vorhanden ist, wird die Frage interessant:

Wo ist das nächste Euro Kapital am besten eingesetzt?

In das bestehende Unternehmen?

In ein neues Unternehmen?

In eine Beteiligung?

In eine Akquisition?

In einen neuen Partner?

In Technologie?

Oder vielleicht einfach in Liquidität?

Das ist für mich die Entwicklung vom reinen Builder zum Owner und irgendwann zum Kapitalallokator.


Der Unternehmer wird vom Arbeiter zum Kapitalallokator

Am Anfang eines Unternehmens ist deine wichtigste Ressource wahrscheinlich:

Zeit.

Dann wird es vielleicht:

Know-how.

Danach:

Team.

Dann:

Cashflow.

Und irgendwann:

Kapital.

Mit jeder Entwicklungsstufe verändert sich die Aufgabe des Unternehmers.

Am Anfang:

„Wie bekomme ich Kunden?“

Später:

„Wie baue ich Prozesse?“

Noch später:

„Welche Menschen brauche ich?“

Und irgendwann:

„Wo investiere ich meine Ressourcen am sinnvollsten?“

Das ist ein spannender Wandel.


Warum ein hohes Einkommen sogar eine Falle sein kann

Das klingt zunächst vielleicht provokant.

Aber ein sehr gutes Einkommen kann einen Unternehmer auch davon abhalten, ein echtes Unternehmen aufzubauen.

Warum?

Weil ein gutes Einkommen kurzfristig sehr angenehm ist.

Wenn du beispielsweise als Spezialist hervorragend verdienst, entsteht wenig Druck, etwas zu verändern.

Du kannst dir sagen:

„Warum sollte ich etwas ändern? Es funktioniert doch.“

Und genau das kann die Falle sein.

Du verdienst gut.

Aber dein Einkommen hängt weiterhin von deiner persönlichen Leistung ab.

Wenn du weniger arbeitest, verdienst du weniger.

Wenn du krank bist, entsteht ein Problem.

Wenn du keine Kunden gewinnst, sinkt der Umsatz.

Wenn du irgendwann aufhören möchtest, gibt es möglicherweise keinen Käufer für deine persönliche Arbeitsleistung.

Das Einkommen ist hoch.

Aber das Vermögen ist vielleicht gering.


Die entscheidende Frage lautet nicht: Wie viel verdienst du?

Ich finde deshalb eine andere Frage viel interessanter:

Wie viel von deinem Einkommen verwandelst du in langfristiges Eigentum?

Das kann Eigentum am eigenen Unternehmen sein.

Oder an anderen Unternehmen.

Oder an anderen Assets.

Die konkrete Form ist dabei zweitrangig.

Der Grundgedanke lautet:

Einkommen sollte zumindest teilweise in Ownership umgewandelt werden können.

Natürlich braucht jeder Mensch Konsum.

Natürlich darf man Geld ausgeben.

Natürlich darf man das Leben genießen.

Unternehmertum soll nicht bedeuten, jeden Euro zu sparen.

Aber wenn alles konsumiert wird, bleibt wenig übrig, das langfristig für dich arbeitet.


Unternehmer sollten nicht nur ihren Lebensstandard erhöhen

Ein interessantes Phänomen erfolgreicher Selbstständiger ist die sogenannte Lifestyle Inflation.

Das Einkommen steigt.

Das Auto wird größer.

Das Haus wird größer.

Die Reisen werden teurer.

Die laufenden Kosten steigen.

Und plötzlich muss man wieder genauso viel verdienen wie vorher.

Das kann dazu führen, dass ein Unternehmer trotz eines hohen Einkommens weiterhin stark vom nächsten Auftrag abhängig bleibt.

Für mich ist deshalb die spannendere Entwicklung:

Nicht nur den Lebensstandard erhöhen.

Auch den Ownership-Standard erhöhen.

Also:

Wie viel Unternehmen besitze ich?

Wie viele Assets habe ich aufgebaut?

Wie viel Cashflow erzeugen meine Beteiligungen?

Wie unabhängig bin ich von meiner persönlichen Arbeitszeit?

Wie viele Optionen habe ich?


Ein Unternehmen sollte nicht dein größtes Risiko sein

Viele Unternehmer investieren nahezu ihr gesamtes Vermögen in das eigene Unternehmen.

Das kann sinnvoll sein.

Aber es schafft gleichzeitig Konzentrationsrisiken.

Das eigene Unternehmen ist dann:

  • Einkommensquelle
  • Arbeitsplatz
  • Vermögenswert
  • Altersvorsorge
  • Identität

alles gleichzeitig.

Wenn das Unternehmen Probleme bekommt, können mehrere Lebensbereiche gleichzeitig betroffen sein.

Deshalb finde ich langfristig den Gedanken interessant, Unternehmensvermögen zu diversifizieren.

Nicht zwangsläufig sofort.

Aber mit zunehmendem Erfolg können unterschiedliche Assets und Beteiligungen eine zusätzliche Dimension schaffen.


Vom eigenen Unternehmen zur Unternehmensgruppe

Genau hier beginnt für mich langfristig eine weitere interessante Perspektive.

Wenn ein Unternehmer nicht nur ein Unternehmen aufbauen möchte, sondern mehrere Unternehmen besitzen möchte, entsteht irgendwann eine andere Struktur.

Eine Holding oder Unternehmensgruppe kann beispielsweise mehrere eigenständige Operating Companies besitzen.

Das kann unterschiedliche Vorteile haben, muss aber individuell rechtlich, steuerlich und wirtschaftlich geplant werden.

Unternehmerisch interessant ist vor allem die Denkweise:

Nicht nur ein Unternehmen besitzen.

Sondern:

ein Portfolio von Unternehmen und Beteiligungen entwickeln.

Dann entsteht eine andere Kapitalallokation.

Ein Unternehmen erzeugt Cashflow.

Dieser Cashflow kann – abhängig von der jeweiligen Struktur und Situation – in weitere Möglichkeiten investiert werden.

Ein neues Unternehmen.

Eine Beteiligung.

Eine Akquisition.

Ein Joint Venture.

Damit entsteht ein Kreislauf.


Build, Buy, Partner, Merge

Vermögen aus Unternehmertum muss nicht ausschließlich durch Neugründung entstehen.

Es gibt mehrere Wege.

Build

Ein Unternehmen selbst entwickeln.

Build + Partner

Eine Geschäftsmöglichkeit entwickeln und gemeinsam mit einem Unternehmer aufbauen.

Buy

Ein bestehendes Unternehmen erwerben.

Joint Venture

Mit einem Partner ein neues Unternehmen aufbauen.

Merge

Bestehende Unternehmen miteinander verbinden.

Minority Investment

Eine Beteiligung an einem Unternehmen übernehmen.

Die richtige Variante hängt immer von Situation, Kapital, Fähigkeiten, Markt und Partnern ab.

Aber der übergeordnete Gedanke bleibt:

Ownership aufbauen.


Unternehmenswert ist nicht dasselbe wie Verkaufspreis

Auch das ist wichtig.

Wenn ich von Unternehmenswert spreche, meine ich nicht:

„Mein Unternehmen ist laut meiner eigenen Einschätzung X Millionen Euro wert.“

So funktioniert die Realität nicht.

Unternehmensbewertungen sind komplex.

Es gibt verschiedene Bewertungsmethoden, beispielsweise Ertragswert-, Substanzwert- oder Multiplikatorverfahren. In der Praxis gibt es keinen einzigen allgemein gültigen objektiven Wert, und der tatsächliche Kaufpreis entsteht letztlich durch die konkrete Transaktion und Verhandlung.

Deshalb sollte man beim Thema Vermögensaufbau realistisch bleiben.

Ein Unternehmen besitzt nicht automatisch einen hohen Wert, nur weil viel Arbeit darin steckt.

Der Markt bewertet nicht deine Arbeitsstunden.

Der Markt bewertet die wirtschaftliche Perspektive.

Das ist manchmal hart.

Aber genau deshalb ist die Frage:

„Was macht mein Unternehmen für einen anderen Unternehmer oder Käufer attraktiv?“

so wichtig.


Was macht ein Unternehmen wertvoller?

Es gibt keine einfache Checkliste, die automatisch Unternehmenswert erzeugt.

Aber einige Faktoren können grundsätzlich interessant sein:

  • nachhaltige Profitabilität
  • wiederkehrende Umsätze
  • stabile Kundenbeziehungen
  • geringe Kundenkonzentration
  • klare Prozesse
  • qualifizierte Mitarbeiter
  • starke Marke
  • gute Marktposition
  • skalierbares Geschäftsmodell
  • funktionierender Vertrieb
  • digitale Nachfrage
  • geringe Gründerabhängigkeit
  • belastbare Finanzzahlen
  • Wachstumsmöglichkeiten

Die IHK weist bei der Unternehmensbewertung ebenfalls darauf hin, dass neben historischen Zahlen die zukünftige Ertragskraft, Chancen, Risiken, Kunden- und Lieferantenbeziehungen sowie weitere immaterielle Faktoren eine Rolle spielen können.

Das bedeutet:

Unternehmenswert wird aufgebaut, lange bevor ein Unternehmen tatsächlich verkauft wird.


Der Exit sollte nicht das Ziel des Unternehmers sein

Ich finde es gefährlich, Unternehmertum ausschließlich über einen Exit zu definieren.

Nicht jedes Unternehmen muss verkauft werden.

Vielleicht möchtest du es 20 Jahre besitzen.

Vielleicht soll es irgendwann an die nächste Generation übergeben werden.

Vielleicht soll ein Management-Team es übernehmen.

Vielleicht möchtest du einen Teil verkaufen.

Vielleicht möchtest du lediglich Cashflow daraus beziehen.

Ein Verkauf ist nur eine Option.

Das eigentliche Ziel ist für mich:

Ein Unternehmen zu besitzen, das Optionen eröffnet.

Und genau deshalb gefällt mir der Begriff Owner-Optionality.


Vermögen bedeutet Freiheit – aber nicht nur finanzielle Freiheit

Wenn Unternehmer über Vermögen sprechen, wird häufig nur an Geld gedacht.

Für mich ist die spannendere Frage:

Was ermöglicht dir dieses Vermögen?

Vielleicht:

  • weniger operative Arbeit
  • mehr Zeit
  • mehr Reisen
  • mehr Freiheit
  • die Möglichkeit, neue Unternehmen aufzubauen
  • die Möglichkeit, interessante Menschen als Partner zu gewinnen
  • die Möglichkeit, Projekte aus Interesse und nicht nur aus finanzieller Notwendigkeit zu verfolgen
  • die Möglichkeit, schlechte Kunden abzulehnen
  • die Möglichkeit, langfristige Entscheidungen zu treffen

Vermögen kann damit eine Art Entscheidungsfreiheit schaffen.

Und genau diese Freiheit ist für mich langfristig wesentlich interessanter als ein möglichst hoher Kontostand.


Mein persönlicher Blick: Ich möchte nicht nur Einkommen generieren

Wenn ich meine eigene unternehmerische Entwicklung betrachte, wird diese Unterscheidung für mich immer wichtiger.

Ich möchte nicht einfach nur möglichst viel arbeiten und dafür möglichst viel Geld verdienen.

Mich interessiert die Frage:

Was kann aus meiner Arbeit entstehen?

Kann daraus ein digitales Asset entstehen?

Kann daraus Nachfrage entstehen?

Kann daraus ein Geschäftsmodell entstehen?

Kann daraus ein Unternehmen entstehen?

Kann daraus Ownership entstehen?

Kann daraus irgendwann eine Beteiligung entstehen?

Und kann dieser Wert wiederum genutzt werden, um neue Möglichkeiten zu schaffen?

Das ist für mich eine wesentlich spannendere Perspektive.

Ich sehe mich deshalb langfristig immer weniger als jemanden, der einzelne Projekte abarbeitet.

Ich möchte stärker Builder und Owner sein.


Builder → Owner → Investor

Das ist wahrscheinlich die einfachste Zusammenfassung meiner heutigen Denkweise.

Builder

Ich baue.

Ich entwickle Geschäftsmöglichkeiten.

Ich teste Geschäftsmodelle.

Ich schaffe digitale Assets.

Ich entwickle Unternehmen.

Owner

Ich besitze.

Ich halte Beteiligungen.

Ich entwickle Unternehmen weiter.

Ich baue langfristigen Unternehmenswert auf.

Investor

Ich entscheide, wo Zeit, Geld, Wissen und Kapital den größten langfristigen Effekt haben.

Diese Entwicklung muss nicht schnell passieren.

Und sie ist auch kein linearer Karriereweg.

Aber sie beschreibt für mich eine interessante Richtung.


Der größte Hebel ist nicht immer mehr Arbeit

Wenn dein Einkommen ausschließlich davon abhängt, wie viele Stunden du arbeitest, ist dein Hebel begrenzt.

Du kannst deine Produktivität erhöhen.

Du kannst deine Preise erhöhen.

Du kannst bessere Kunden gewinnen.

Aber irgendwann stößt du an Grenzen.

Assets verändern diese Gleichung.

Ein gutes Unternehmen kann theoretisch:

  • mehr Kunden bedienen
  • mehr Umsatz erzeugen
  • weitere Mitarbeiter beschäftigen
  • Prozesse automatisieren
  • neue Märkte erschließen

ohne dass deine persönliche Arbeitszeit proportional mitwächst.

Das ist der Grund, warum ich Unternehmertum so interessant finde.

Es ermöglicht die Entkopplung von persönlicher Zeit und geschaffenem Wert.

Nicht vollständig.

Aber zumindest teilweise.


Die Frage, die sich jeder Unternehmer stellen sollte

Wenn du selbst Unternehmer bist, würde ich dir eine einfache Übung empfehlen.

Nimm dir einmal eine Stunde Zeit und beantworte diese Fragen ehrlich:

Was ist mein aktuelles Einkommen?

Nicht nur Umsatz.

Sondern das, was tatsächlich bei dir ankommt.

Welche Assets besitze ich?

Unternehmen, Beteiligungen, digitale Assets und andere Vermögenswerte.

Wie viel davon hängt direkt von meiner Arbeitszeit ab?

Je höher die Abhängigkeit, desto größer ist dein persönlicher Hebelbedarf.

Was passiert, wenn ich sechs Monate nicht operativ arbeite?

Läuft das Unternehmen weiter?

Welche Teile meines Unternehmens besitzen einen eigenständigen Wert?

Marke?

Kunden?

Prozesse?

Mitarbeiter?

Vertrieb?

Software?

Daten?

Was kann ich in den nächsten zwölf Monaten aufbauen?

Nicht nur verdienen.

Aufbauen.

Was könnte in fünf Jahren ein Asset sein?

Das ist wahrscheinlich die wichtigste Frage.


Die 5-Jahres-Frage

Eine Denkweise, die ich sehr hilfreich finde:

Bei jeder größeren unternehmerischen Entscheidung nicht nur fragen:

„Was bringt mir das heute?“

sondern:

„Was könnte daraus in fünf Jahren entstanden sein?“

Ein neuer Kunde?

Vielleicht.

Ein neuer Umsatz?

Vielleicht.

Aber vielleicht auch:

Eine Marke.

Ein Netzwerk.

Ein Vertriebskanal.

Eine Marktposition.

Ein Unternehmen.

Eine Beteiligung.

Eine neue Geschäftsmöglichkeit.

Oder vielleicht nur eine wichtige Erfahrung.

Nicht jede Investition muss sofort einen finanziellen Return erzeugen.

Aber wenn du langfristig Vermögen aufbauen möchtest, solltest du regelmäßig Dinge tun, deren Wert über den heutigen Tag hinausreicht.


Einkommen ist der Treibstoff. Ownership ist das Ziel.

Wenn ich den gesamten Gedanken auf einen Satz reduzieren müsste, wäre es dieser:

Einkommen finanziert dein Leben. Ownership baut deine unternehmerische Zukunft.

Das bedeutet nicht, dass jeder Unternehmer maximal viel Vermögen anhäufen muss.

Es bedeutet auch nicht, dass Geld der einzige Maßstab für Erfolg ist.

Unternehmertum kann viele Ziele haben:

Freiheit.

Unabhängigkeit.

Gestaltung.

Sinn.

Innovation.

Selbstverwirklichung.

Ein gutes Team.

Eine starke Marke.

Ein interessantes Lebenswerk.

Aber wenn du bereits unternehmerisch arbeitest, finde ich die zusätzliche Frage extrem wertvoll:

Was gehört mir am Ende meiner unternehmerischen Reise?

Nicht nur:

Wie viel habe ich verdient?

Sondern:

Was habe ich aufgebaut?

Was besitze ich?

Was funktioniert ohne mich?

Welche Unternehmen gehören mir?

Welche Möglichkeiten habe ich geschaffen?


Fazit: Verdiene nicht nur Geld – baue etwas auf

Für mich ist das einer der entscheidenden Unterschiede zwischen kurzfristigem und langfristigem Unternehmertum.

Natürlich müssen Unternehmen Geld verdienen.

Natürlich braucht ein Unternehmer Einkommen.

Natürlich darf man das verdiente Geld genießen.

Aber wenn die gesamte unternehmerische Energie nur darauf ausgerichtet ist, das persönliche Einkommen jedes Jahr weiter zu erhöhen, kann man dabei eine große Chance übersehen:

den Aufbau von Ownership.

Ein Unternehmen kann mehr sein als eine Einkommensquelle.

Es kann ein Asset sein.

Eine Marke kann ein Asset sein.

Ein Kundenstamm kann ein Asset sein.

Ein digitales Geschäftsmodell kann ein Asset sein.

Eine Beteiligung kann ein Asset sein.

Ein funktionierendes System kann ein Asset sein.

Und mehrere solcher Assets können langfristig ein Vermögen bilden.

Genau deshalb gefällt mir die Denkweise:

Create Equity.

Compound Equity.

Allocate Capital.

Erst etwas aufbauen.

Dann den Wert vermehren.

Dann Kapital und Ressourcen gezielt in die nächsten Möglichkeiten investieren.

Für mich ist das die langfristige Entwicklung vom Builder zum Owner und irgendwann zum Investor.

Und vielleicht ist genau das die Frage, die wir uns als Unternehmer häufiger stellen sollten:

„Wie viel Geld kann ich dieses Jahr verdienen?“

ist eine gute Frage.

Aber die bessere Frage könnte sein:

„Was kann ich dieses Jahr aufbauen, das in zehn Jahren noch Wert besitzt?“

Denn Einkommen ermöglicht dir, heute zu leben.

Vermögen gibt dir die Möglichkeit, deine Zukunft selbst zu gestalten.