Was ich von erfolgreichen Unternehmern gelernt habe

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Erfolgreiche Unternehmer haben nicht immer den perfekten Start.
  • Ausdauer ist häufig wichtiger als die vermeintlich perfekte Idee.
  • Gute Unternehmer bleiben nah am Kunden und an echten Problemen.
  • Nicht jede Chance muss verfolgt werden.
  • Fokus bedeutet auch, bewusst Nein zu sagen.
  • Fehler sind nur dann wertvoll, wenn man tatsächlich aus ihnen lernt.
  • Wachstum sollte nicht Selbstzweck sein.
  • Eigentum und Unternehmenswert sind für mich langfristig wichtiger als reines Einkommen.
  • Gute Unternehmer bauen nicht nur ein Geschäft, sondern möglichst Systeme und Assets.
  • Die besten Unternehmer denken häufig längerfristig als ihr Umfeld.
  • Unternehmer müssen nicht alles selbst können.
  • Die Kombination unterschiedlicher Unternehmerpersönlichkeiten kann sehr wertvoll sein.
  • Erfolgreiches Unternehmertum bedeutet nicht automatisch maximalen Umsatz oder maximale Größe.
  • Für mich wird die Frage nach Freiheit und Owner-Optionality zunehmend wichtiger.

Was bedeutet überhaupt „erfolgreicher Unternehmer“?

Bevor ich über das spreche, was ich von erfolgreichen Unternehmern gelernt habe, muss ich eine Sache klären.

Was bedeutet eigentlich erfolgreich?

Denn genau hier beginnt bereits ein Problem.

Wir verbinden Unternehmertum sehr schnell mit:

  • Millionenumsätzen
  • großen Unternehmen
  • vielen Mitarbeitern
  • bekannten Marken
  • Börsengängen
  • Exits
  • hohen Unternehmensbewertungen
  • Luxus
  • Einfluss

Das kann Erfolg sein.

Muss es aber nicht.

Erfolg ist nicht für jeden Unternehmer dasselbe

Ein Unternehmer kann ein Unternehmen mit 500 Mitarbeitern besitzen und trotzdem kaum persönliche Freiheit haben.

Ein anderer besitzt ein Unternehmen mit zehn Mitarbeitern, verdient sehr gut und kann mehrere Monate im Jahr reisen.

Wer ist erfolgreicher?

Ich glaube nicht, dass man das pauschal beantworten kann.

Für mich hat sich deshalb die Definition von Erfolg verändert.

Heute interessiert mich nicht nur:

Wie groß ist ein Unternehmen?

Sondern auch:

Was besitzt der Unternehmer?

Wie abhängig ist das Unternehmen von ihm?

Wie viel Freiheit erzeugt es?

Wie nachhaltig ist der Cashflow?

Welchen Unternehmenswert hat er aufgebaut?

Welche Möglichkeiten entstehen daraus?

Diese Fragen haben meine Perspektive auf erfolgreiche Unternehmer stark verändert.

1. Erfolgreiche Unternehmer denken langfristig

Eine der wichtigsten Eigenschaften, die ich bei erfolgreichen Unternehmern beobachte, ist ein anderer Umgang mit Zeit.

Sie denken nicht nur in Quartalen

Natürlich müssen Unternehmer kurzfristig handeln.

Rechnungen müssen bezahlt werden.

Kunden müssen gewonnen werden.

Mitarbeiter müssen bezahlt werden.

Liquidität muss stimmen.

Aber erfolgreiche Unternehmer scheinen gleichzeitig eine zweite Zeitebene zu besitzen.

Sie denken:

Was baue ich heute auf, das in fünf oder zehn Jahren noch wertvoll sein könnte?

Das kann eine Marke sein.

Ein Kundenstamm.

Ein Vertriebssystem.

Ein Team.

Eine Technologie.

Ein Netzwerk.

Eine Marktposition.

Ein Unternehmen.

Oder eine Beteiligung.

Langfristiges Denken verändert Entscheidungen

Wenn du nur auf die nächsten drei Monate schaust, triffst du andere Entscheidungen als jemand, der zehn Jahre vorausdenkt.

Du fragst vielleicht:

„Wie kann ich diesen Monat mehr Umsatz machen?“

Der langfristig denkende Unternehmer fragt zusätzlich:

„Was kann ich heute aufbauen, das mir auch in fünf Jahren noch gehört?“

Dieser Gedanke beschäftigt mich selbst zunehmend.

2. Erfolgreiche Unternehmer handeln, bevor alles perfekt ist

Ein weiterer Punkt, den ich immer wieder interessant finde:

Viele erfolgreiche Unternehmen sind nicht deshalb entstanden, weil von Anfang an alles perfekt war.

Im Gegenteil.

Gerade in der frühen Phase ist vieles improvisiert.

Y Combinator empfiehlt Gründern beispielsweise ausdrücklich, früh zu starten, mit Kunden zu sprechen und anschließend auf Basis des Feedbacks zu verbessern, statt lange auf ein perfektes Produkt zu warten.

Die Realität ist besser als die Theorie

Das klingt für mich sehr logisch.

Du kannst monatelang über eine Geschäftsidee nachdenken.

Du kannst Marktanalysen erstellen.

Du kannst Wettbewerber analysieren.

Du kannst einen perfekten Businessplan schreiben.

Aber irgendwann musst du herausfinden:

Will jemand dafür bezahlen?

Erst dann wird aus einer Idee langsam ein Geschäftsmodell.

Ich glaube deshalb an kleine Tests

Nicht jede Idee braucht sofort:

  • Mitarbeiter
  • Büro
  • großes Marketingbudget
  • komplexe Software
  • hohe Fixkosten

Manchmal reicht zunächst:

  • eine Website
  • eine Landingpage
  • ein Angebot
  • ein erstes Gespräch
  • ein potenzieller Kunde
  • ein manueller Prozess

Das Ziel ist nicht, sofort ein perfektes Unternehmen zu bauen.

Das Ziel ist zunächst herauszufinden:

Gibt es echte Nachfrage?

3. Erfolgreiche Unternehmer hören ihren Kunden zu

Das klingt fast zu banal.

Ist aber wahrscheinlich einer der wichtigsten Punkte überhaupt.

Nicht die eigene Idee ist entscheidend

Wenn ich eine Geschäftsidee habe, kann ich sehr leicht davon überzeugt sein.

Ich habe sie schließlich selbst entwickelt.

Aber der Markt entscheidet nicht danach, wie gut ich meine Idee finde.

Der Markt entscheidet danach, ob ein echtes Problem gelöst wird.

Y Combinator fasst einen ähnlichen Gedanken sehr pragmatisch zusammen: Unternehmen sollten etwas bauen, das Menschen tatsächlich wollen, mit Nutzern sprechen und anschließend iterieren.

Kundenfeedback kann unangenehm sein

Manchmal sagt ein Kunde:

„Das brauche ich nicht.“

Oder:

„Dafür würde ich kein Geld bezahlen.“

Das kann enttäuschend sein.

Aber es ist wertvolle Information.

Denn eine Geschäftsidee, die niemand kaufen möchte, ist theoretisch vielleicht interessant – wirtschaftlich aber noch nicht bewiesen.

Die bessere Frage lautet deshalb

Nicht:

„Findest du meine Idee gut?“

Sondern eher:

„Wie löst du dieses Problem heute?“

Denn tatsächliches Verhalten ist häufig aussagekräftiger als hypothetische Begeisterung.

4. Erfolgreiche Unternehmer können sich korrigieren

Ein Unternehmer braucht Überzeugung.

Aber zu viel Überzeugung kann gefährlich werden.

Beharrlichkeit und Sturheit sind nicht dasselbe

Ich glaube, dass erfolgreiche Unternehmer häufig sehr hartnäckig sind.

Sie geben nicht bei jedem Problem auf.

Aber sie können gleichzeitig ihre Meinung ändern.

Das ist ein großer Unterschied.

Das Ziel kann konstant bleiben, während sich der Weg dorthin verändert.

Wenn ein Geschäftsmodell nicht funktioniert, muss nicht zwangsläufig das gesamte Ziel falsch sein.

Vielleicht ist:

  • der Markt falsch
  • das Angebot falsch
  • der Preis falsch
  • die Zielgruppe falsch
  • der Vertrieb falsch
  • der Zeitpunkt falsch

Das bedeutet:

Nicht jede Niederlage ist ein Grund aufzuhören. Aber auch nicht jede Idee verdient es, weiter verfolgt zu werden.

5. Fehler sind nur dann wertvoll, wenn man aus ihnen lernt

Über Fehler im Unternehmertum wird sehr viel gesprochen.

Oft fast romantisch.

„Scheitern gehört dazu.“

„Fail fast.“

„Lerne aus deinen Fehlern.“

Alles richtig.

Aber ich glaube, dass ein Fehler alleine noch keinen Wert besitzt.

Ein Fehler muss zu einer Veränderung führen

Harvard Business Review weist ebenfalls darauf hin, dass Organisationen zwar häufig aus Fehlern lernen wollen, tatsächliches Lernen daraus aber deutlich schwieriger ist als die bloße Durchführung von Nachbesprechungen oder Fehleranalysen.

Für mich ist deshalb die entscheidende Frage:

„Was mache ich beim nächsten Mal anders?“

Wenn die Antwort lautet:

„Nichts.“

dann war der Fehler wahrscheinlich einfach nur teuer.

Wenn die Antwort lautet:

„Ich werde diese Annahme früher testen.“

dann kann daraus ein echter Lernfortschritt entstehen.

Ich finde diese Perspektive wichtig

Unternehmertum ist zwangsläufig mit Unsicherheit verbunden.

Du wirst Entscheidungen treffen, bei denen du später feststellst:

„Das war nicht die beste Entscheidung.“

Das gehört dazu.

Entscheidend ist, ob du danach besser entscheidest.

6. Erfolgreiche Unternehmer konzentrieren sich

Eine Sache, die ich selbst immer wieder lernen muss, ist Fokus.

Denn Unternehmertum bietet ständig neue Möglichkeiten.

Eine neue Geschäftsidee.

Eine neue Branche.

Eine neue Website.

Ein neuer Kunde.

Ein neuer Partner.

Ein neues Projekt.

Ein neues Geschäftsmodell.

Alles klingt interessant.

Aber Aufmerksamkeit ist begrenzt

Genau deshalb halte ich Fokus für einen der wichtigsten unternehmerischen Hebel.

Y Combinator warnt ebenfalls davor, dass Gründer sich leicht von zahlreichen Aktivitäten ablenken lassen und empfiehlt, sich auf die wenigen Aufgaben zu konzentrieren, die tatsächlich entscheidend für das Unternehmen sind.

Für mich bedeutet Fokus deshalb nicht:

„Ich darf nur eine Sache machen.“

Es bedeutet vielmehr:

„Ich muss wissen, welche Dinge wirklich zu meinem Zielbild beitragen.“

Das ist ein Unterschied.

7. Erfolgreiche Unternehmer sagen Nein

Strategie zeigt sich meiner Meinung nach besonders deutlich an den Dingen, die man nicht tut.

Nicht jede gute Chance ist eine gute Chance für dich

Eine Möglichkeit kann wirtschaftlich interessant sein.

Aber vielleicht passt sie nicht zu deiner Strategie.

Vielleicht bindet sie zu viel Zeit.

Vielleicht erzeugt sie zu wenig Unternehmenswert.

Vielleicht brauchst du dafür Fähigkeiten, die du nicht besitzt.

Vielleicht bringt sie dich in eine Richtung, in die du gar nicht möchtest.

Dann kann Nein die bessere unternehmerische Entscheidung sein.

Fokus bedeutet Verzicht

Das ist eine unangenehme Wahrheit.

Wenn du dich für einen Weg entscheidest, entscheidest du dich gleichzeitig gegen viele andere Wege.

Aber genau dadurch entsteht Richtung.

8. Erfolgreiche Unternehmer verstehen, dass Umsatz nicht alles ist

Das ist ein Punkt, den ich persönlich immer interessanter finde.

Umsatz ist wichtig.

Aber Umsatz alleine ist noch kein gutes Unternehmen.

Umsatz kann sogar täuschen

Ein Unternehmen kann zehn Millionen Euro Umsatz machen und trotzdem wirtschaftlich unattraktiv sein.

Vielleicht sind die Margen zu niedrig.

Vielleicht ist die Kapitalbindung enorm.

Vielleicht hängt alles am Gründer.

Vielleicht gibt es keine wiederkehrenden Kunden.

Vielleicht ist das Unternehmen nicht skalierbar.

Vielleicht ist der operative Aufwand extrem hoch.

Deshalb interessiert mich zunehmend eine andere Frage:

Was bleibt vom Umsatz übrig – und was entsteht daraus?

9. Erfolgreiche Unternehmer denken in Unternehmenswert

Für mich ist das eine der größten Veränderungen in meiner eigenen Denkweise.

Am Anfang des Unternehmertums steht häufig:

Einkommen.

Danach vielleicht:

Cashflow.

Und irgendwann wird die Frage interessant:

Unternehmenswert.

Was gehört mir langfristig?

Wenn ich Zeit investiere, möchte ich nicht nur Geld verdienen.

Ich möchte – wenn möglich – etwas aufbauen.

Ein Asset.

Eine Marke.

Ein Unternehmen.

Eine Beteiligung.

Ein System.

Etwas, das einen eigenständigen Wert besitzt.

Das ist für mich ein fundamentaler Unterschied zwischen:

Arbeit erzeugen

und

Ownership aufbauen.

10. Erfolgreiche Unternehmer bauen Systeme

Eine der wichtigsten Entwicklungen im Unternehmertum ist meiner Meinung nach der Übergang vom persönlichen Einsatz zum System.

Am Anfang bist du das System

Gerade bei einer Gründung ist das normal.

Du verkaufst.

Du lieferst.

Du telefonierst.

Du schreibst Angebote.

Du kümmerst dich um Kunden.

Du machst Buchhaltung.

Du löst Probleme.

Du bist überall.

Das funktioniert am Anfang.

Aber langfristig entsteht daraus eine wichtige Frage:

„Wie kann das Unternehmen funktionieren, ohne dass alles an mir hängt?“

Ein Unternehmen sollte irgendwann unabhängiger werden

Dafür braucht es:

  • Prozesse
  • Verantwortlichkeiten
  • Mitarbeiter
  • Dokumentation
  • Technologie
  • Kundenstrukturen
  • Vertrieb
  • Management

Je unabhängiger ein Unternehmen vom Gründer wird, desto mehr Optionen entstehen.

Und genau das führt wieder zum Thema Ownership.

11. Erfolgreiche Unternehmer verstehen ihre eigenen Stärken

Ich glaube nicht daran, dass ein Unternehmer alles können muss.

Du musst nicht überall gut sein

Vielleicht bist du:

  • gut im Vertrieb
  • gut in Strategie
  • gut im Aufbau
  • gut in Technologie
  • gut in Beziehungen
  • gut in Finanzen
  • gut in Führung

Aber wahrscheinlich nicht in allem gleichzeitig.

Das ist völlig in Ordnung.

Die entscheidende Frage ist:

Wo erzeugst du den größten Hebel?

Stärken mit anderen kombinieren

Genau deshalb finde ich Partnerschaften so spannend.

Ein Unternehmer kann eine Geschäftsmöglichkeit entwickeln.

Ein anderer kennt die Branche.

Ein dritter kann operativ führen.

Ein vierter kann Vertrieb aufbauen.

Gemeinsam kann daraus etwas entstehen, das keiner alleine hätte aufbauen können.

12. Die richtigen Menschen sind wichtiger als die perfekte Organisation

Ein Unternehmen besteht am Ende aus Menschen.

Das klingt selbstverständlich.

Ist aber strategisch enorm wichtig.

Ein guter Partner kann ein Geschäftsmodell verändern

Ich interessiere mich deshalb zunehmend für die Verbindung von Geschäftsmöglichkeiten und Unternehmerpersönlichkeiten.

Die Frage ist nicht nur:

„Welche Geschäftsidee ist interessant?“

Sondern auch:

„Wer könnte dieses Unternehmen wirklich aufbauen?“

Das ist für mich ein sehr spannender Gedanke.

Denn vielleicht fehlt einer Geschäftsmöglichkeit nicht das Kapital.

Vielleicht fehlt ihr einfach der richtige Unternehmer.

13. Erfolgreiche Unternehmer wissen, wann sie delegieren müssen

Ich glaube, dass viele Unternehmer lange in der operativen Rolle bleiben.

Das ist verständlich.

Am Anfang ist man schließlich selbst derjenige, der alles erledigt.

Aber irgendwann entsteht ein Problem:

Das Unternehmen wächst – und der Unternehmer wächst nicht aus seiner alten Rolle heraus.

Vom Macher zum Unternehmer

Für mich ist das eine der wichtigsten Entwicklungen überhaupt.

Zunächst:

Ich mache.

Dann:

Ich organisiere.

Danach:

Ich führe.

Und irgendwann vielleicht:

Ich besitze und entwickle.

Diese Entwicklung ist nicht automatisch einfach.

Aber sie verändert die Art, wie man auf ein Unternehmen schaut.

14. Erfolgreiche Unternehmer wachsen nicht immer sofort

Wir leben in einer Kultur, in der Wachstum fast automatisch positiv bewertet wird.

Aber ich habe gelernt, dass Geschwindigkeit nicht alles ist.

Erst beweisen, dann skalieren

Das ist auch eine zentrale Empfehlung aus der Startup-Praxis: Erst herausfinden, ob Kunden ein Angebot wirklich wollen, und erst danach stärker skalieren. Zu frühes Wachstum kann ansonsten ineffizient sein und Kapital verbrennen.

Das finde ich auch außerhalb klassischer Startups interessant.

Warum sollte ich ein Unternehmen mit hohen Fixkosten aufbauen, bevor ich weiß, ob die Nachfrage funktioniert?

Warum sollte ich zehn Mitarbeiter einstellen, wenn ich die Prozesse noch nicht verstanden habe?

Warum sollte ich große Investitionen tätigen, bevor das Geschäftsmodell bewiesen ist?

Kleine Schritte können strategisch sinnvoll sein

Ich mag deshalb den Gedanken:

Build → Prove → Partner → Scale → Delegate → Own

Nicht alles muss sofort groß sein.

Aber es sollte sich entwickeln können.

15. Erfolgreiche Unternehmer denken in Optionen

Dieser Gedanke ist für mich besonders interessant.

Eine Geschäftsidee muss nicht sofort ein vollständiges Unternehmen sein.

Ein Venture kann zunächst eine Option sein

Vielleicht entsteht zunächst:

  • eine Domain
  • eine Website
  • Content
  • eine Marke
  • eine erste Anfrage
  • ein Partnerkontakt
  • ein kleiner Kundenstamm

Noch ist nicht klar, was daraus entsteht.

Aber eine Möglichkeit existiert.

Wenn Nachfrage entsteht, kann daraus ein Unternehmen werden.

Wenn ein Partner gefunden wird, kann daraus ein Joint Venture entstehen.

Wenn das Modell nicht funktioniert, kann man es wieder stoppen.

Wenn sich der Markt verändert, kann man später zurückkehren.

Das ist Optionality.

Und ich finde diesen Gedanken für unternehmerisches Denken sehr wertvoll.

16. Erfolgreiche Unternehmer denken nicht nur an heute

Ein Unternehmer kann kurzfristig optimieren.

Oder langfristig aufbauen.

Natürlich braucht es beides.

Aber die besten Entscheidungen sind für mich häufig diejenigen, bei denen kurzfristiger Aufwand langfristigen Wert erzeugt.

Nicht jede Investition muss sofort zurückkommen

Wenn du heute einen Prozess dokumentierst, bringt dir das vielleicht kurzfristig wenig.

Aber in drei Jahren kann genau dieser Prozess helfen, einen Mitarbeiter einzuarbeiten.

Wenn du heute eine Marke aufbaust, entsteht vielleicht nicht sofort Umsatz.

Aber später kann daraus ein wichtiger Vermögenswert werden.

Wenn du heute Content produzierst, kommt vielleicht nicht morgen der große Kunde.

Aber langfristig kann daraus organische Nachfrage entstehen.

Das ist für mich der Unterschied zwischen:

Beschäftigung

und

Aufbau.

17. Erfolgreiche Unternehmer verstehen den Wert von Reputation

Ein Punkt, der in vielen Business-Ratgebern meiner Meinung nach unterschätzt wird:

Reputation ist ein Asset.

Vertrauen entsteht langsam

Wenn du über Jahre zuverlässig arbeitest, deine Zusagen hältst und fair mit Menschen umgehst, entsteht etwas, das sich nicht einfach kaufen lässt.

Ein guter Ruf kann dazu führen, dass:

  • Menschen mit dir arbeiten möchten
  • Partner schneller Vertrauen fassen
  • Kunden dich weiterempfehlen
  • Chancen entstehen
  • interessante Unternehmer auf dich zukommen

Das ist nicht kurzfristig skalierbar.

Aber langfristig kann es enorm wertvoll sein.

Unternehmertum ist ein Beziehungsgeschäft

Je länger ich mich damit beschäftige, desto stärker sehe ich das.

Unternehmen bestehen aus Verträgen und Zahlen.

Aber hinter diesen Verträgen stehen Menschen.

Und deshalb sind langfristige Beziehungen für mich ein wichtiger Bestandteil von Unternehmertum.

18. Erfolgreiche Unternehmer bleiben neugierig

Ein Unternehmer, der glaubt, bereits alles zu wissen, hat meiner Meinung nach ein Problem.

Märkte verändern sich

Technologien verändern sich.

Kunden verändern sich.

Wettbewerber verändern sich.

Geschäftsmodelle verändern sich.

Deshalb muss sich auch der Unternehmer weiterentwickeln.

Ich finde es spannend, wie erfolgreiche Unternehmer oft gleichzeitig sehr überzeugt und sehr lernbereit wirken.

Sie haben eine klare Meinung.

Aber sie sind bereit, diese Meinung zu ändern, wenn neue Informationen auftauchen.

Das ist keine Schwäche.

Das ist unternehmerische Anpassungsfähigkeit.

19. Erfolgreiche Unternehmer denken nicht ständig an ihre Wettbewerber

Natürlich muss man den Wettbewerb kennen.

Aber ich glaube, dass Unternehmer ihre Wettbewerber manchmal zu wichtig nehmen.

Die bessere Frage ist nicht immer: Was macht die Konkurrenz?

Sondern:

„Was können wir für unsere Kunden besser machen?“

Wenn du ständig kopierst, was andere machen, wirst du automatisch zum Nachzügler.

Interessanter ist es, einen eigenen Weg zu finden.

Eine eigene Positionierung.

Eine eigene Zielgruppe.

Ein eigenes Geschäftsmodell.

Eine eigene Stärke.

20. Erfolgreiche Unternehmer akzeptieren Unsicherheit

Vielleicht ist das eine der größten Veränderungen, die Unternehmertum mit sich bringt.

Du bekommst nie alle Informationen.

Entscheidungen müssen trotzdem getroffen werden

Du weißt nicht:

  • ob der Markt wächst
  • ob Kunden bleiben
  • ob ein Partner funktioniert
  • ob eine neue Geschäftsidee funktioniert
  • ob Google morgen denselben Traffic bringt
  • ob ein Mitarbeiter langfristig bleibt
  • ob ein neues Produkt erfolgreich wird

Trotzdem musst du entscheiden.

Das bedeutet nicht, blind zu handeln.

Es bedeutet:

Annahmen erkennen, Risiken begrenzen, testen und anschließend entscheiden.

Das ist für mich eine viel realistischere Definition von unternehmerischem Mut als einfach „große Risiken eingehen“.

21. Erfolgreiche Unternehmer verstehen, dass nicht jede Entscheidung perfekt sein muss

Ich glaube, dass Perfektionismus Unternehmertum manchmal unnötig schwer macht.

Eine gute Entscheidung zur richtigen Zeit kann besser sein als eine perfekte Entscheidung zu spät

Natürlich sollten wichtige Entscheidungen gut vorbereitet werden.

Aber es gibt Situationen, in denen weitere Analyse kaum noch zusätzliche Erkenntnisse bringt.

Dann muss man handeln.

Und anschließend beobachten:

Was passiert?

Das Ergebnis liefert neue Informationen.

Und diese Informationen verbessern die nächste Entscheidung.

So entsteht ein Lernprozess.

22. Erfolgreiche Unternehmer kümmern sich auch um sich selbst

Das klingt zunächst weniger strategisch.

Ist es aber.

Ein Unternehmen kann nicht dauerhaft von einem völlig erschöpften Unternehmer profitieren.

Energie ist eine unternehmerische Ressource

Zeit kann man planen.

Geld kann man messen.

Aber auch Energie entscheidet darüber, wie gut man arbeitet.

Deshalb finde ich den Gedanken interessant, dass persönliche Lebensqualität nicht das Gegenteil von Unternehmertum sein muss.

Vielleicht ist sie sogar ein Bestandteil einer guten Unternehmensstrategie.

Wenn ein Unternehmen langfristig nur funktioniert, indem der Unternehmer dauerhaft 80 Stunden pro Woche arbeitet, stellt sich irgendwann die Frage:

Was wurde eigentlich aufgebaut?

23. Was ich von erfolgreichen Unternehmern nicht gelernt habe

Dieser Punkt ist mir besonders wichtig.

Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, dass erfolgreiche Unternehmer eine Art geheime Formel besitzen.

Ich habe keine universelle Erfolgsformel gefunden

Es gibt erfolgreiche Unternehmer, die:

  • extrem risikofreudig sind
  • sehr vorsichtig handeln
  • früh Kapital aufnehmen
  • komplett bootstrappen
  • Unternehmen verkaufen
  • Unternehmen über Jahrzehnte halten
  • schnell wachsen
  • bewusst klein bleiben
  • Technologieunternehmen aufbauen
  • traditionelle Branchen übernehmen

Das zeigt mir vor allem eines:

Erfolg hat viele Gesichter.

Deshalb sollte man nicht versuchen, einen erfolgreichen Unternehmer komplett zu kopieren.

Man sollte versuchen zu verstehen:

„Warum hat diese Entscheidung in seiner Situation funktioniert?“

24. Was ich heute anders betrachte als früher

Wenn ich meine eigene Entwicklung betrachte, hat sich vor allem eine Sache verändert.

Früher war die Frage stärker:

„Wie kann ich mit meiner Arbeit Geld verdienen?“

Heute interessiert mich zunehmend:

„Wie kann ich aus meiner Arbeit langfristig etwas Eigenes aufbauen?“

Das ist ein großer Unterschied.

Vom Einkommen zum Asset

Ich möchte nicht nur:

Zeit → Geld

sondern möglichst:

Zeit + Wissen + Erfahrung → Asset

und daraus:

Asset → Nachfrage → Cashflow → Unternehmenswert

und langfristig vielleicht:

Unternehmenswert → Beteiligungen → neue Unternehmen

Das ist die Entwicklung, die mich persönlich interessiert.

25. Mein wichtigstes Learning: Unternehmer werden nicht durch eine einzelne Entscheidung erfolgreich

Wenn ich all diese Beobachtungen zusammenfasse, glaube ich nicht, dass erfolgreicher Unternehmertum auf einer einzigen großen Entscheidung basiert.

Es ist eher eine Kombination aus vielen kleinen Entscheidungen.

  • Eine Idee testen.
  • Einen Kunden gewinnen.
  • Einen Fehler erkennen.
  • Einen Prozess verbessern.
  • Einen guten Mitarbeiter einstellen.
  • Einen schlechten Kunden ablehnen.
  • Eine Gelegenheit nicht verfolgen.
  • Einen Partner finden.
  • Ein Asset aufbauen.
  • Einen Markt verstehen.
  • Eine Entscheidung korrigieren.
  • Wieder weitermachen.

Unternehmertum ist ein kumulativer Prozess

Genau deshalb finde ich langfristiges Denken so wichtig.

Ein einzelner Schritt verändert vielleicht wenig.

Aber viele richtige Schritte über zehn oder zwanzig Jahre können eine völlig andere Ausgangssituation schaffen.

Das gilt für:

  • Wissen
  • Beziehungen
  • Reputation
  • Kapital
  • Unternehmen
  • Beteiligungen
  • Erfahrung
  • Unternehmenswert

Unternehmertum kann sich kumulieren.

26. Mein persönliches Unternehmerbild entwickelt sich weiter

Ich habe für mich heute kein fertiges Bild davon, wie alles in zehn oder zwanzig Jahren aussehen wird.

Aber die Richtung wird klarer.

Ich möchte Geschäftsmöglichkeiten entdecken.

Ich möchte daraus Geschäftsmodelle entwickeln.

Ich möchte digitale Nachfrage erzeugen.

Ich möchte Unternehmen aufbauen.

Ich möchte Menschen zusammenbringen, die unternehmerisch etwas bewegen möchten.

Ich möchte Ownership aufbauen.

Und langfristig interessiert mich die Entwicklung einer Unternehmensgruppe aus eigenständigen, profitablen Unternehmen und Beteiligungen.

Das ist kein fertiger Masterplan.

Es ist eher ein Zielbild.

Und ich glaube, genau das reicht zunächst.

Denn die konkrete Umsetzung wird sich verändern.

Was ich zukünftigen Unternehmern mitgeben würde

1. Starte, bevor alles perfekt ist

Du wirst durch die Realität mehr lernen als durch endlose Planung.

2. Sprich mit Kunden

Nicht mit dir selbst.

Nicht nur mit Freunden.

Nicht nur mit anderen Gründern.

Mit Menschen, die das Problem tatsächlich haben.

3. Baue nicht zu früh zu groß

Beweise zuerst, dass jemand dein Angebot wirklich möchte.

4. Lerne aus Fehlern

Aber definiere vorher, was du aus ihnen lernen möchtest.

5. Bleibe hartnäckig, aber nicht stur

Halte am Ziel fest.

Sei flexibel beim Weg.

6. Lerne Nein zu sagen

Jede Möglichkeit kostet Aufmerksamkeit.

7. Denke über Unternehmenswert nach

Nicht nur über Einkommen.

8. Baue Assets

Etwas, das auch morgen noch existiert.

9. Suche gute Menschen

Ein guter Partner kann mehr verändern als ein perfekter Businessplan.

10. Definiere deinen eigenen Erfolg

Vielleicht brauchst du kein Milliardenunternehmen.

Vielleicht brauchst du ein Unternehmen, das dir das Leben ermöglicht, das du führen möchtest.

Fazit: Erfolgreiche Unternehmer haben mir vor allem gezeigt, dass es keinen perfekten Weg gibt

Je mehr ich mich mit erfolgreichen Unternehmern beschäftige, desto weniger interessiert mich die Frage:

„Was ist das Geheimnis ihres Erfolgs?“

Mich interessiert inzwischen eine andere Frage:

„Welche Prinzipien kann ich daraus für meinen eigenen Weg übernehmen?“

Denn erfolgreiche Unternehmer sind keine Schablonen.

Ihre Märkte sind unterschiedlich.

Ihre Fähigkeiten sind unterschiedlich.

Ihre Ausgangssituationen sind unterschiedlich.

Ihre Ziele sind unterschiedlich.

Und genau deshalb sollte auch die eigene Unternehmerstrategie individuell sein.

Was ich von erfolgreichen Unternehmern gelernt habe, ist deshalb weniger eine konkrete Methode.

Es sind eher einige Grundprinzipien:

Langfristig denken.

Handeln.

Kunden verstehen.

Lernen.

Fokus behalten.

Eigentum aufbauen.

Gute Menschen finden.

Systeme entwickeln.

Nicht bei jedem Rückschlag aufgeben.

Aber auch nicht an einer schlechten Idee festhalten, nur weil man bereits viel investiert hat.

Und vielleicht das Wichtigste:

Definiere deinen eigenen Erfolg.

Für mich wird Unternehmertum immer weniger zu einer Frage danach, wie viel ich kurzfristig verdienen kann.

Es wird stärker zu einer Frage danach, was ich langfristig aufbauen kann.

Welche Unternehmen entstehen können.

Welche Assets daraus werden.

Welche Menschen ich dabei kennenlernen kann.

Welchen Unternehmenswert ich schaffen kann.

Und welche Freiheit daraus irgendwann entstehen kann.

Ich glaube nicht, dass ich bereits am Ziel bin.

Aber ich weiß inzwischen deutlich besser, in welche Richtung ich gehen möchte.

Und vielleicht ist genau das eines der wichtigsten Dinge, die man von erfolgreichen Unternehmern lernen kann:

Du musst nicht den gesamten Weg kennen.

Aber du solltest wissen, warum du ihn gehst.