Unternehmertum wird nach außen oft so dargestellt, als bestünde es vor allem aus guten Entscheidungen: die richtige Geschäftsidee finden, den richtigen Markt auswählen, gute Mitarbeiter einstellen, Umsatz steigern und irgendwann erfolgreich sein.
Meine Erfahrung ist eine andere.
Wenn ich auf meine bisherige unternehmerische Entwicklung zurückblicke, denke ich nicht zuerst an die Dinge, die funktioniert haben. Ich denke an die Entscheidungen, die ich heute anders treffen würde. An Zeit, die ich anders hätte einsetzen können. An Geschäftsideen, die ich zu lange verfolgt habe. An Dinge, die ich zu kompliziert gemacht habe. Und vor allem an die Erkenntnis, dass viele unternehmerische Fehler nicht deshalb entstehen, weil man zu wenig weiß.
Sie entstehen, weil man zu spät erkennt, was wirklich wichtig ist.
Ich bin seit einigen Jahren selbstständig und unternehmerisch unterwegs. Dabei habe ich gelernt, dass Unternehmertum weniger mit einem perfekten Plan zu tun hat, als mit der Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, Dinge auszuprobieren, Ergebnisse zu beobachten und den eigenen Kurs immer wieder anzupassen.
Ich habe nicht auf jede Frage eine Antwort. Und ich habe auch nicht alles richtig gemacht.
Genau deshalb möchte ich in diesem Artikel einige der größten Fehler beschreiben, die ich selbst gemacht habe oder bei denen ich heute deutlich anders auf die Situation schauen würde.
Denn vielleicht ist der größte Nutzen von Erfahrung nicht, anderen zu zeigen, wie erfolgreich man ist.
Vielleicht besteht er darin, anderen einige Umwege zu ersparen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Nicht jede Geschäftsidee verdient sofort viel Zeit und Kapital.
- Umsatz ist nicht dasselbe wie Unternehmenswert.
- Zu viel operative Arbeit kann unternehmerische Entwicklung verhindern.
- Nicht jede Möglichkeit muss sofort umgesetzt werden.
- Gute Partnerschaften sind wichtiger als möglichst viele Projekte.
- SEO, Websites und digitale Assets sind Werkzeuge – kein Geschäftsmodell an sich.
- Ein Unternehmer sollte nicht nur arbeiten, sondern zunehmend Ownership aufbauen.
- Viele Entscheidungen werden besser, wenn man langfristiger denkt.
- Fokus ist oft wertvoller als die nächste neue Idee.
- Fehler gehören zum Unternehmertum – entscheidend ist, was man daraus macht.
Warum ich überhaupt über meine Fehler schreibe
Unternehmertum sieht von außen oft einfacher aus
Wenn man Unternehmer auf LinkedIn, Instagram oder in Interviews betrachtet, bekommt man häufig ein stark vereinfachtes Bild.
Da ist die Idee.
Dann kommt der Aufbau.
Dann das Wachstum.
Dann der Erfolg.
Was man meistens nicht sieht, sind die Monate oder Jahre dazwischen.
Man sieht nicht die Projekte, die nicht funktioniert haben. Man sieht nicht die Entscheidungen, die später korrigiert werden mussten. Man sieht nicht die Zeit, die in Dinge geflossen ist, die sich wirtschaftlich nicht gelohnt haben.
Und man sieht auch nicht die vielen kleinen Entscheidungen, die sich erst Jahre später als richtig oder falsch herausstellen.
Ich glaube deshalb, dass es wichtig ist, auch über unternehmerische Fehler zu sprechen.
Nicht, um sich selbst schlechtzureden.
Sondern weil Fehler ein Teil des Lernprozesses sind.
Ich würde sogar sagen:
Unternehmerische Erfahrung entsteht nicht nur durch Erfolge. Sie entsteht vor allem durch die Kombination aus Entscheidungen, Konsequenzen und Reflexion.
Fehler 1: Zu viele Dinge gleichzeitig machen
Unternehmerische Neugier kann zum Problem werden
Eine meiner größten Herausforderungen war und ist wahrscheinlich genau das: Ich sehe viele Möglichkeiten.
Eine interessante Branche.
Eine gute Domain.
Ein Geschäftsmodell.
Eine Marktlücke.
Eine interessante Kombination aus bestehender Nachfrage und digitaler Sichtbarkeit.
Ein Unternehmen, das man vielleicht weiterentwickeln könnte.
Ein Unternehmer, mit dem man vielleicht etwas aufbauen könnte.
Das Spannende daran ist: Viele dieser Möglichkeiten sind tatsächlich interessant.
Das Problem entsteht nicht unbedingt dadurch, dass eine Idee schlecht ist.
Das Problem entsteht dadurch, dass zu viele gute Ideen gleichzeitig Aufmerksamkeit bekommen.
Man kann sich dadurch sehr beschäftigt fühlen und trotzdem nicht ausreichend Fortschritt bei einer Sache erzielen.
Ich kenne das selbst.
Ein Projekt beginnt.
Dann kommt eine neue Idee.
Diese Idee scheint ebenfalls Potenzial zu haben.
Also wird sie ebenfalls angefangen.
Irgendwann existieren mehrere Baustellen gleichzeitig.
Und plötzlich wird aus unternehmerischer Kreativität eine Art permanenter Kontextwechsel.
Viele angefangene Projekte sind noch kein Portfolio
Ich finde den Gedanken eines Portfolios von Unternehmen und Geschäftsmöglichkeiten grundsätzlich interessant.
Aber ein Portfolio ist etwas anderes als eine Sammlung von angefangenen Projekten.
Ein Portfolio besteht idealerweise aus Assets, Unternehmen oder Beteiligungen, die einen nachvollziehbaren strategischen oder wirtschaftlichen Wert besitzen.
Viele angefangene Ideen sind zunächst einmal nur:
Optionen.
Und Optionen können interessant sein.
Aber sie kosten ebenfalls Aufmerksamkeit.
Deshalb würde ich heute stärker unterscheiden zwischen:
Idee → Test → Beweis → Aufbau → Asset
und
Idee → Idee → Idee → nächste Idee.
Der zweite Weg fühlt sich unternehmerisch an.
Der erste Weg baut tatsächlich etwas auf.
Fehler 2: Zu lange operativ arbeiten
Selbstständigkeit ist nicht automatisch Unternehmertum
Ein weiterer wichtiger Punkt ist für mich die Unterscheidung zwischen Selbstständigkeit und Unternehmertum.
Als Selbstständiger kann ich unmittelbar Geld verdienen, indem ich selbst eine Leistung erbringe.
Das kann sehr sinnvoll sein.
Es schafft Cashflow.
Es schafft Erfahrung.
Es schafft Kundenkontakte.
Es schafft Marktverständnis.
Aber irgendwann stellt sich eine andere Frage:
Was entsteht eigentlich, wenn ich nicht selbst arbeite?
Genau diese Frage halte ich für einen wichtigen Wendepunkt.
Denn wenn jede Einnahme direkt an meine persönliche Arbeitszeit gekoppelt ist, habe ich zwar ein Einkommen aufgebaut, aber noch nicht zwangsläufig ein Unternehmen.
Die eigene Zeit ist ein begrenztes Asset
Am Anfang eines unternehmerischen Weges ist es vollkommen normal, selbst viel operativ zu arbeiten.
Man muss Dinge selbst machen.
Man muss Kunden gewinnen.
Man muss verkaufen.
Man muss Probleme lösen.
Man muss Prozesse verstehen.
Man muss herausfinden, was überhaupt funktioniert.
Der Fehler besteht aus meiner Sicht darin, zu lange in diesem Modus zu bleiben.
Denn irgendwann wird die eigene Arbeitszeit zum Engpass.
Dann kann man zwar mehr arbeiten.
Aber nicht unbedingt mehr Unternehmenswert schaffen.
Für mich wird deshalb zunehmend wichtiger:
Wie kann aus meiner Arbeit ein System, ein Prozess, ein Asset oder ein Unternehmen entstehen?
Das ist eine völlig andere Fragestellung als:
Wie bekomme ich noch mehr Arbeit?
Fehler 3: Umsatz mit Unternehmenswert zu verwechseln
Mehr Umsatz bedeutet nicht automatisch mehr Wert
Das ist wahrscheinlich eine der wichtigsten unternehmerischen Erkenntnisse überhaupt.
Umsatz ist sichtbar.
Unternehmenswert ist komplexer.
Ein Unternehmen kann beispielsweise viel Umsatz machen und trotzdem wenig attraktiv sein, wenn:
- die Margen niedrig sind
- der Gründer alles selbst macht
- einzelne Kunden zu dominant sind
- keine Prozesse existieren
- der Cashflow unzuverlässig ist
- das Geschäftsmodell schwer skalierbar ist
- das Unternehmen stark von einzelnen Personen abhängig ist
Umgekehrt kann ein kleineres Unternehmen mit stabilem Cashflow, guten Prozessen und geringer Gründerabhängigkeit strategisch sehr interessant sein.
Die Frage verändert sich mit der Zeit
Am Anfang eines unternehmerischen Weges lautet die Frage häufig:
Wie mache ich Umsatz?
Später sollte sie zunehmend lauten:
Wie baue ich ein Unternehmen, das auch ohne meine permanente persönliche Arbeit funktioniert?
Und irgendwann vielleicht:
Was ist dieses Unternehmen für einen anderen Unternehmer oder Investor wert?
Diese Perspektive verändert viele Entscheidungen.
Man denkt plötzlich nicht mehr nur über kurzfristigen Umsatz nach.
Man denkt über:
- Cashflow
- Prozesse
- Kundenbeziehungen
- Wiederholbarkeit
- Management
- Markenwert
- digitale Assets
- operative Strukturen
- Übertragbarkeit
und langfristig über Ownership nach.
Fehler 4: Zu viele Dinge selbst machen zu wollen
Selber machen fühlt sich zunächst effizient an
Gerade am Anfang ist es oft schneller, etwas selbst zu erledigen.
Ich kenne diese Denkweise gut.
„Das mache ich eben selbst.“
„Das geht schneller.“
„Das erkläre ich jetzt niemandem.“
„Das kann ich besser.“
Kurzfristig stimmt das teilweise sogar.
Langfristig kann es aber ein Problem werden.
Denn wenn jede Aufgabe an einer Person hängt, entsteht keine Organisation.
Es entsteht Abhängigkeit.
Und diese Person bin meistens ich selbst.
Delegation beginnt nicht erst bei großen Unternehmen
Ich glaube, dass Delegation häufig falsch verstanden wird.
Es geht nicht darum, möglichst schnell möglichst viele Mitarbeiter einzustellen.
Es geht darum, sich bewusst zu fragen:
Welche Aufgaben müssen wirklich von mir erledigt werden?
Und welche Aufgaben können:
- automatisiert
- standardisiert
- ausgelagert
- delegiert
- über Partner gelöst
werden?
Das Ziel ist nicht, möglichst wenig zu arbeiten.
Das Ziel ist, die eigene Zeit dort einzusetzen, wo sie den größten unternehmerischen Hebel besitzt.
Fehler 5: Zu viele Chancen mit echten Geschäftsmodellen zu verwechseln
Eine interessante Idee ist noch kein Unternehmen
Ich beschäftige mich stark mit Geschäftsmöglichkeiten.
Dabei finde ich einen Gedanken besonders wichtig:
Nicht jede Möglichkeit muss sofort ein Unternehmen werden.
Eine Domain kann interessant sein.
Ein Keyword kann interessant sein.
Eine Branche kann interessant sein.
Eine Website kann Potenzial haben.
Eine bestehende Nachfrage kann interessant sein.
Ein Unternehmer kann interessant sein.
Aber erst wenn mehrere Dinge zusammenkommen, entsteht daraus ein belastbares Geschäftsmodell.
Zum Beispiel:
Nachfrage + Angebot + Zahlungsbereitschaft + wirtschaftliche Struktur + Umsetzungsmöglichkeit.
Erst dann wird es wirklich interessant.
Ich würde heute früher testen
Eine der wichtigsten Konsequenzen daraus ist für mich:
Nicht monatelang planen, wenn man die zentrale Annahme auch in wenigen Wochen testen kann.
Das bedeutet nicht, jedes Projekt halbherzig zu starten.
Es bedeutet, die wichtigste Unsicherheit zu identifizieren.
Zum Beispiel:
- Gibt es überhaupt Nachfrage?
- Sind Kunden bereit zu bezahlen?
- Funktioniert die Akquise?
- Funktioniert die Marge?
- Gibt es passende operative Partner?
- Kann daraus ein wiederholbares Modell entstehen?
Erst wenn diese Fragen zumindest teilweise beantwortet sind, würde ich mehr Ressourcen investieren.
Fehler 6: Zu früh über Skalierung nachzudenken
Skalierung ist nicht immer das erste Problem
Die Start-up-Welt spricht sehr viel über Skalierung.
Ich glaube aber, dass viele Unternehmen zunächst ein anderes Problem haben:
Sie müssen überhaupt erst beweisen, dass das Modell funktioniert.
Wenn ein Geschäftsmodell noch keine funktionierende Nachfrage besitzt, bringt mehr Marketing nicht automatisch die Lösung.
Wenn die Marge nicht funktioniert, bringt mehr Umsatz nicht automatisch die Lösung.
Wenn Prozesse nicht funktionieren, bringt mehr Personal nicht automatisch die Lösung.
Wenn Kunden nicht zufrieden sind, bringt Skalierung möglicherweise sogar mehr Probleme.
Build → Prove → Partner → Scale
Deshalb gefällt mir heute eine andere Reihenfolge besser:
Build → Prove → Partner → Scale → Delegate → Own
Zuerst etwas bauen.
Dann beweisen, dass Nachfrage vorhanden ist.
Dann passende Menschen und Partner integrieren.
Danach skalieren.
Anschließend stärker delegieren.
Und langfristig Ownership aufbauen.
Nicht jede Geschäftsidee muss sofort groß werden.
Sie muss zunächst funktionieren.
Fehler 7: Zu viel auf kurzfristige Ergebnisse zu schauen
Unternehmen entstehen selten über Nacht
Eine der schwierigsten Eigenschaften des Unternehmertums ist Geduld.
Man arbeitet heute an etwas, dessen Ergebnis möglicherweise erst in zwei oder drei Jahren sichtbar wird.
Das kann beispielsweise beim Aufbau einer Marke, einer Website, eines SEO-Kanals oder eines Unternehmenssystems der Fall sein.
Gerade SEO ist dafür ein gutes Beispiel.
Ein guter Content-Artikel kann heute veröffentlicht werden und möglicherweise noch Jahre später Besucher, Anfragen und Geschäft erzeugen.
Das bedeutet:
Nicht jede unternehmerische Arbeit muss sofort einen Ertrag liefern.
Langfristiges Denken verändert die Bewertung einer Aufgabe
Ich frage mich deshalb zunehmend:
Ist das, was ich heute aufbaue, in drei Jahren noch etwas wert?
Das ist eine interessante Perspektive.
Eine einmalige Aufgabe ist nach ihrer Erledigung beendet.
Ein Asset kann dagegen weiterarbeiten.
Eine Website kann Sichtbarkeit erzeugen.
Ein Prozess kann wiederholt werden.
Eine Marke kann Vertrauen aufbauen.
Eine Kundenbeziehung kann langfristig Wert erzeugen.
Ein Unternehmen kann Cashflow generieren.
Eine Beteiligung kann sich entwickeln.
Damit verschiebt sich die Denkweise von Arbeit hin zu Assets.
Fehler 8: SEO manchmal zu sehr als Ziel und nicht als Werkzeug zu betrachten
Traffic allein baut noch kein Unternehmen
SEO ist für mich ein sehr interessantes Werkzeug.
Aber SEO ist kein Selbstzweck.
Ich kann Besucher auf eine Website bekommen.
Ich kann Rankings aufbauen.
Ich kann Content veröffentlichen.
Ich kann Domains entwickeln.
Aber am Ende muss die Frage lauten:
Was entsteht daraus?
Die eigentliche Kette ist für mich:
↓
relevanter Content
↓
↓
qualifizierte Nachfrage
↓
Anfrage
↓
Geschäft
↓
Cashflow
↓
Unternehmenswert
SEO ist damit eine mögliche Acquisition Engine.
Aber die Engine ist nicht das Ziel.
Das Ziel ist das Unternehmen.
Digitale Assets sind für mich Rohmaterial
Websites, Domains, Content und SEO können interessante Ausgangspunkte sein.
Aber sie sind nicht automatisch wertvoll.
Wert entsteht erst dann, wenn daraus etwas Wirtschaftliches entsteht.
Genau diese Unterscheidung finde ich heute sehr wichtig.
Fehler 9: Nicht früh genug über Ownership nachzudenken
Arbeit erzeugt Einkommen – Ownership kann Vermögen erzeugen
Das ist wahrscheinlich eine der wichtigsten Veränderungen in meinem unternehmerischen Denken.
Wenn ich meine Zeit gegen Geld tausche, entsteht Einkommen.
Wenn ich ein Unternehmen aufbaue, entsteht möglicherweise ein Asset.
Wenn ich an einem Unternehmen beteiligt bin, entsteht Ownership.
Und wenn mehrere Unternehmen langfristig Cashflow und Unternehmenswert erzeugen, entsteht daraus möglicherweise eine Unternehmensgruppe.
Das ist die Richtung, die mich heute besonders interessiert.
Nicht nur:
Was kann ich verdienen?
Sondern:
Was kann ich besitzen?
Builder. Owner. Investor.
Meine Denkweise lässt sich deshalb relativ einfach zusammenfassen:
Builder. Owner. Investor.
In dieser Reihenfolge.
Zuerst muss etwas entstehen.
Dann muss Ownership aufgebaut werden.
Und irgendwann kann Kapital gezielt eingesetzt werden, um weitere Unternehmen und Beteiligungen aufzubauen.
Daraus entsteht langfristig die Möglichkeit:
Create Equity → Compound Equity → Allocate Capital
Das ist für mich deutlich interessanter als die reine Maximierung meines persönlichen Arbeitseinkommens.
Fehler 10: Nicht jede Zusammenarbeit auf die richtige Ebene zu bringen
Ein Partner ist nicht einfach eine zusätzliche Arbeitskraft
Unternehmerische Partnerschaften sind für mich ein besonders spannendes Thema.
Dabei habe ich gelernt, dass ein Partner nicht einfach jemand sein sollte, der Aufgaben übernimmt.
Ein echter unternehmerischer Partner bringt idealerweise etwas mit, das schwer ersetzbar ist:
- Verantwortung
- Erfahrung
- Branchenwissen
- operative Kompetenz
- Führung
- Netzwerk
- Unternehmergeist
- langfristiges Interesse an Ownership
Das verändert die gesamte Zusammenarbeit.
Die richtige Person ist wichtiger als die perfekte Idee
Eine durchschnittliche Geschäftsidee kann sich mit dem richtigen Unternehmer entwickeln.
Eine sehr gute Idee kann dagegen scheitern, wenn die falschen Menschen dahinterstehen.
Deshalb interessiert mich heute zunehmend die Verbindung aus:
Geschäftsmöglichkeit + Geschäftsmodell + Unternehmerpersönlichkeit.
Genau hier sehe ich auch die Idee hinter meiner Positionierung als Entrepreneurial Partner.
Ich möchte nicht einfach Beratung verkaufen.
Mich interessiert vielmehr die Frage:
Welche Geschäftsmöglichkeiten lassen sich entwickeln – und welche Unternehmerpersönlichkeiten passen dazu?
Fehler 11: Manchmal zu kompliziert zu denken
Komplexität fühlt sich manchmal intelligenter an
Unternehmer können sich sehr gut selbst beschäftigen.
Businesspläne.
Strategien.
Modelle.
Tools.
Meetings.
Prozesse.
Analysen.
Positionierungen.
Dabei kann die eigentliche Frage manchmal sehr einfach sein:
Will jemand das kaufen?
Diese Frage ist nicht immer ausreichend.
Aber sie ist häufig ein guter Ausgangspunkt.
Denn ein Geschäftsmodell muss am Ende wirtschaftlich funktionieren.
Einfachheit ist ein Wettbewerbsvorteil
Ich versuche deshalb zunehmend, Dinge auf ihre grundlegenden Bestandteile herunterzubrechen:
Wer hat ein Problem?
Wie groß ist dieses Problem?
Welche Lösung bieten wir an?
Wer bezahlt dafür?
Wie erreichen wir diese Menschen?
Was kostet die Leistung?
Was bleibt übrig?
Kann man den Prozess wiederholen?
Kann man ihn delegieren?
Kann daraus ein Unternehmen entstehen?
Je klarer diese Fragen beantwortet werden können, desto interessanter wird ein Geschäftsmodell.
Fehler 12: Zu wenig zwischen „interessant“ und „wichtig“ zu unterscheiden
Nicht alles, was interessant ist, ist strategisch relevant
Das ist eine subtile, aber wichtige Unterscheidung.
Ich kann mich für eine Idee begeistern.
Ich kann sie spannend finden.
Ich kann mich stundenlang damit beschäftigen.
Und trotzdem kann sie für meine langfristige Entwicklung unwichtig sein.
Unternehmerisch relevant ist deshalb nicht nur die Frage:
Ist das interessant?
Sondern:
Bringt mich das meinem langfristigen Ziel näher?
Das kann bedeuten:
- Umsatz zu erzeugen
- Cashflow zu verbessern
- einen Prozess aufzubauen
- ein Asset zu schaffen
- eine Partnerschaft zu entwickeln
- Unternehmenswert aufzubauen
- Ownership zu erhöhen
Diese Perspektive hilft dabei, interessante Ablenkungen von wirklich strategischen Projekten zu unterscheiden.
Was ich aus meinen Fehlern gelernt habe
Fehler sind nur dann wertvoll, wenn sich das Verhalten verändert
Ein Fehler allein ist noch kein Learning.
Ich kann denselben Fehler fünfmal machen und jedes Mal sagen:
„Jetzt habe ich daraus gelernt.“
Das ist natürlich kein echtes Lernen.
Ein Learning zeigt sich erst dann, wenn sich eine Entscheidung verändert.
Wenn ich beispielsweise früher zu viele Projekte gleichzeitig gestartet habe, dann muss die Konsequenz heute sein:
Weniger starten. Schneller testen. Klarer priorisieren.
Wenn ich zu lange operativ gearbeitet habe, muss die Konsequenz sein:
Systeme und Strukturen früher aufbauen.
Wenn ich Umsatz und Unternehmenswert verwechselt habe, muss die Konsequenz sein:
Mehr über Cashflow, Prozesse, Übertragbarkeit und Ownership nachdenken.
Genau dadurch werden Fehler wertvoll.
Was ich heute anders machen würde
1. Weniger gleichzeitig starten
Ich würde Geschäftsmöglichkeiten stärker priorisieren.
Nicht jede gute Idee muss sofort umgesetzt werden.
2. Schneller testen
Ich würde zentrale Annahmen möglichst früh überprüfen.
Nicht alles muss perfekt vorbereitet sein.
3. Früher über Ownership nachdenken
Schon beim Aufbau eines Geschäftsmodells würde ich fragen:
Was entsteht hier langfristig?
4. Operative Abhängigkeit reduzieren
Nicht jede Aufgabe muss dauerhaft bei mir bleiben.
5. Geschäftsmodelle einfacher betrachten
Nachfrage, Angebot, Zahlungsbereitschaft, Marge und Umsetzung sind wichtiger als komplizierte Präsentationen.
6. Die richtigen Menschen suchen
Ein guter Unternehmer kann ein Geschäftsmodell verändern.
Deshalb würde ich Partnerschaften noch bewusster entwickeln.
7. Langfristiger denken
Nicht jeder Schritt muss heute einen maximalen finanziellen Ertrag bringen.
Manche Schritte bauen Assets auf, die später deutlich wertvoller werden können.
Unternehmertum bedeutet nicht, keine Fehler zu machen
Der Unterschied liegt im Umgang mit Fehlern
Ich glaube inzwischen nicht mehr daran, dass ein guter Unternehmer möglichst wenige Fehler macht.
Natürlich sollte man vermeidbare Fehler vermeiden.
Aber Unternehmertum bedeutet zwangsläufig, Entscheidungen unter Unsicherheit zu treffen.
Man weiß nicht immer:
- ob ein Markt funktioniert
- ob Kunden kaufen
- ob ein Partner passt
- ob eine Strategie aufgeht
- ob ein Unternehmen skalierbar ist
- ob eine Investition sinnvoll ist
- ob eine Geschäftsidee langfristig trägt
Wer wartet, bis alle Informationen vorhanden sind, wird viele Chancen gar nicht erst ausprobieren.
Deshalb geht es nicht darum, jede Entscheidung richtig zu treffen.
Es geht darum, mit vertretbarem Risiko zu handeln, schnell zu lernen und bei neuen Erkenntnissen den Kurs zu verändern.
Mein größtes Learning: Nicht jede Möglichkeit muss sofort genutzt werden
Optionality statt Aktionismus
Ein Gedanke, der für mich zunehmend wichtiger wird, ist Optionality.
Eine Geschäftsmöglichkeit muss heute nicht zwangsläufig schon ein fertiges Unternehmen sein.
Vielleicht ist sie zunächst nur eine Option.
Eine Domain.
Eine Website.
Ein Markt.
Eine Kundenanfrage.
Eine Geschäftsidee.
Eine Kooperation.
Ein Kontakt.
Ein Unternehmer.
Eine solche Option kann später:
- weiterentwickelt werden
- einen Partner bekommen
- skaliert werden
- mit einem anderen Unternehmen verbunden werden
- reaktiviert werden
- verkauft werden
- in ein Joint Venture übergehen
Natürlich ist nicht jede Option wertvoll.
Aber ich muss auch nicht heute wissen, was aus jeder Möglichkeit in drei Jahren wird.
Der entscheidende Punkt ist:
Ich muss zunächst dafür sorgen, dass überhaupt eine Möglichkeit existiert.
Danach kann ich entscheiden, ob ich sie weiterverfolge.
Meine persönliche Sicht auf Unternehmertum heute
Ich sehe mich selbst noch immer als Lernenden
Ich möchte auf manuelernst.com nicht den Eindruck vermitteln, bereits am Ende eines unternehmerischen Weges angekommen zu sein.
Das wäre auch nicht ehrlich.
Ich entwickle meine eigene unternehmerische Denkweise weiter.
Ich probiere Dinge aus.
Ich baue Geschäftsmodelle.
Ich beschäftige mich mit SEO, digitalen Assets, Unternehmen, Partnerschaften und der Frage, wie aus Geschäftsmöglichkeiten langfristig echte Unternehmenswerte entstehen können.
Dabei verändern sich auch meine Prioritäten.
Früher war die Frage häufig:
Wie kann ich mehr Umsatz machen?
Heute interessiert mich zunehmend:
Was kann ich aufbauen, das langfristig Wert besitzt?
Und daraus entsteht eine weitere Frage:
Wie kann ich Ownership aufbauen, ohne irgendwann nur noch mehr Arbeit zu besitzen?
Das ist für mich eine der spannendsten Fragen des Unternehmertums.
Builder. Owner. Investor.
Die Reihenfolge ist entscheidend
Ich glaube nicht daran, sofort Investor sein zu müssen.
Zuerst muss man lernen, etwas aufzubauen.
Dann sollte man lernen, Ownership zu halten und zu entwickeln.
Und erst danach wird Kapitalallokation wirklich interessant.
Deshalb gefällt mir die einfache Reihenfolge:
Builder.
Etwas erschaffen.
Owner.
Etwas besitzen und langfristig entwickeln.
Investor.
Kapital gezielt einsetzen, um weitere Werte aufzubauen.
Daraus entsteht langfristig die Möglichkeit:
Create Equity → Compound Equity → Allocate Capital
Das ist die Richtung, in die ich mein eigenes Unternehmertum entwickeln möchte.
Nicht unbedingt möglichst viele Unternehmen.
Sondern gute Unternehmen, gute Unternehmerpersönlichkeiten und langfristig wertvolle Beteiligungen.
Mein Fazit: Die größten Fehler können die besten Unternehmer-Learnings werden
Meine größten Fehler als Unternehmer waren nicht unbedingt einzelne spektakuläre Fehlentscheidungen.
Viel häufiger waren es Muster:
Zu viele Dinge gleichzeitig.
Zu lange operativ arbeiten.
Zu viel selbst machen.
Umsatz mit Unternehmenswert verwechseln.
Zu spät testen.
Zu früh skalieren wollen.
Zu kurzfristig denken.
Chancen mit Geschäftsmodellen verwechseln.
Ownership nicht früh genug in die Überlegung einbeziehen.
Und manchmal einfach zu kompliziert denken.
Ich glaube aber nicht, dass diese Fehler meinen unternehmerischen Weg schlechter gemacht haben.
Im Gegenteil.
Sie haben meine Sichtweise verändert.
Heute interessiert mich weniger die Frage:
Wie kann ich möglichst viel Arbeit erzeugen?
Sondern:
Wie kann ich aus einer Geschäftsmöglichkeit ein echtes Unternehmen entwickeln?
Und danach:
Wie kann daraus langfristig Ownership und Unternehmenswert entstehen?
Genau darin liegt für mich der Unterschied zwischen Selbstständigkeit und Unternehmertum.
Ich möchte nicht nur von meiner eigenen Arbeit leben.
Ich möchte Unternehmen aufbauen.
Menschen zusammenbringen.
Geschäftsmöglichkeiten entwickeln.
Partnerschaften ermöglichen.
Unternehmenswert schaffen.
Und langfristig eine Unternehmensgruppe aus eigenständigen Unternehmen und Beteiligungen entwickeln.
Ob jede einzelne Idee funktioniert?
Natürlich nicht.
Das wäre unrealistisch.
Aber vielleicht muss auch nicht jede Idee funktionieren.
Vielleicht reicht es, wenn einige wenige wirklich funktionieren.
Und genau deshalb sehe ich Fehler heute etwas entspannter.
Nicht jeder Fehler ist ein Rückschritt. Manchmal ist er einfach der Preis dafür, dass man überhaupt etwas ausprobiert.
Entscheidend ist nur, dass man ihn nicht zweimal auf dieselbe Weise macht.
Wenn du selbst Unternehmer bist oder darüber nachdenkst, ein eigenes Unternehmen aufzubauen, würde mich deshalb besonders interessieren, welche Fehler dich bisher am meisten geprägt haben. Oft entstehen gerade aus solchen Erfahrungen die besten unternehmerischen Gespräche.

