Das Wichtigste auf einen Blick
- Amerikanisches Unternehmertum ist für mich vor allem eine Mentalität, nicht einfach ein Geschäftsmodell.
- Die USA gehen häufig offensiver mit Risiko, Wachstum und unternehmerischen Ambitionen um.
- Ein Unternehmen wird häufiger als Asset und nicht nur als eigener Arbeitsplatz betrachtet.
- Große Märkte werden von Anfang an stärker mitgedacht.
- Scheitern wird kulturell teilweise weniger als persönliches Versagen verstanden.
- Verkauf, Beteiligung und Kapitalbeschaffung gehören stärker zum normalen Unternehmensdenken.
- Netzwerke und unternehmerische Beziehungen haben einen hohen Stellenwert.
- Geschwindigkeit wird häufig höher bewertet als Perfektion.
- Gleichzeitig sollte man die amerikanische Businesskultur nicht romantisieren.
- Meine wichtigste Erkenntnis daraus lautet: Ich muss nicht kleiner denken, nur weil ich in Deutschland lebe.
Warum ich mir die USA unternehmerisch genauer anschaue
Die USA faszinieren mich unternehmerisch schon deshalb, weil dort sehr unterschiedliche Formen von Unternehmertum nebeneinander existieren.
Es gibt den klassischen kleinen Unternehmer.
Den Handwerker.
Den Familienbetrieb.
Den Tech-Gründer.
Den Startup-Founder.
Den Franchise-Unternehmer.
Den Investor.
Den Serial Entrepreneur.
Den Unternehmer, der Unternehmen kauft.
Und den Unternehmer, der mehrere Unternehmen unter einer Holding zusammenführt.
Diese Vielfalt finde ich spannend.
Unternehmertum wird nicht nur als Selbstständigkeit verstanden
Das ist für mich ein wichtiger Unterschied.
In Deutschland wird Unternehmertum teilweise sehr stark mit dem eigenen operativen Unternehmen verbunden.
Du gründest eine Firma.
Du arbeitest darin.
Du beschäftigst Mitarbeiter.
Du machst Umsatz.
Das Unternehmen wächst.
Das ist natürlich Unternehmertum.
Aber es gibt noch eine andere Perspektive:
Ein Unternehmen kann auch ein Asset sein.
Dann verändert sich die Fragestellung.
Nicht mehr nur:
„Wie viel kann ich mit diesem Unternehmen verdienen?“
Sondern:
„Welchen Wert kann dieses Unternehmen langfristig entwickeln?“
Genau diese Denkweise interessiert mich besonders.
1. Größer denken, bevor man größer wird
Eine der unternehmerischen Denkweisen, die ich mit den USA verbinde, ist der Mut, ein Unternehmen von Anfang an größer zu denken.
Nicht jeder Markt muss klein gedacht werden
Wenn jemand in Deutschland ein Unternehmen gründet, hört man relativ schnell Fragen wie:
„Funktioniert das hier in der Region?“
„Kannst du damit 500.000 Euro Umsatz machen?“
„Reicht das für dich?“
Das sind berechtigte Fragen.
Aber ich finde eine andere Frage mindestens genauso interessant:
„Was könnte daraus werden, wenn es wirklich funktioniert?“
Das ist keine Aufforderung zur Größenfantasie.
Es geht um die Perspektive.
Wenn ich ein Geschäftsmodell entwickle, möchte ich nicht nur überlegen, ob es mir kurzfristig ein Einkommen ermöglicht.
Ich möchte auch verstehen:
- Wie groß ist der Markt?
- Kann das Modell überregional funktionieren?
- Kann es digital Nachfrage erzeugen?
- Kann es standardisiert werden?
- Kann es mit Partnern wachsen?
- Kann daraus eine Marke entstehen?
- Kann daraus ein Unternehmen mit Management werden?
- Kann es irgendwann unabhängig vom Gründer funktionieren?
Das sind völlig andere Fragen.
2. Ambition ist nichts, wofür man sich entschuldigen muss
Ich finde einen weiteren Unterschied interessant.
In Deutschland wird unternehmerische Ambition manchmal relativ schnell kritisch betrachtet.
Wenn jemand sagt:
„Ich möchte ein großes Unternehmen aufbauen.“
kommt nicht selten die Frage:
„Warum muss es denn so groß sein?“
Ich finde, man darf groß denken
Nicht jeder muss ein großes Unternehmen aufbauen.
Und nicht jeder möchte das.
Aber wenn jemand diese Ambition hat, finde ich nicht, dass er sie verstecken sollte.
Ich möchte selbst langfristig Unternehmen und Beteiligungen aufbauen.
Eine Unternehmensgruppe.
Eigenständige Unternehmen.
Cashflow.
Ownership.
Das ist eine ambitionierte Vorstellung.
Aber ich halte es für sinnvoller, ein großes Ziel zu definieren und anschließend realistisch die nächsten Schritte zu gehen, als das Ziel kleinzureden, nur damit es gesellschaftlich angenehmer klingt.
3. Risiko wird als Teil des Spiels betrachtet
Unternehmertum bedeutet Risiko.
Das lässt sich nicht wegdiskutieren.
Die Frage ist nicht, ob Risiko existiert
Die interessantere Frage lautet:
Welches Risiko gehe ich ein – und was kann ich daraus lernen?
Ich glaube, dass die amerikanische Unternehmerkultur hier häufig offensiver ist.
Nicht unbedingt risikofreudiger in jedem einzelnen Fall.
Aber offener darüber zu sprechen.
Ein Unternehmer investiert.
Eine Idee funktioniert nicht.
Ein Unternehmen scheitert.
Der Unternehmer startet erneut.
Das wird nicht automatisch als endgültiges Urteil über die Person verstanden.
Risiko kann man strukturieren
Ich würde daraus allerdings nicht ableiten:
„Man muss einfach mutiger sein.“
Das wäre zu einfach.
Ich finde es sinnvoller, Risiken zu zerlegen.
Beispielsweise:
Kapitalrisiko
Wie viel Geld kann ich verlieren?
Zeitrisko
Wie viel meiner Zeit investiere ich?
Marktrisiko
Will überhaupt jemand das Produkt?
Partnerrisiko
Bin ich von einer bestimmten Person abhängig?
Operatives Risiko
Kann ich die Leistung überhaupt zuverlässig erbringen?
Skalierungsrisiko
Funktioniert das Modell auch bei größerem Volumen?
So wird Risiko zu einer unternehmerischen Entscheidungsgröße.
4. Geschwindigkeit schlägt Perfektion
Eine weitere Denkweise, die ich interessant finde:
Start before you are ready.
Nicht blind.
Aber pragmatisch.
Viele deutsche Unternehmer planen sehr lange
Wir möchten gerne:
- alles rechtlich sauber vorbereiten
- die perfekte Website bauen
- das perfekte Logo entwickeln
- alle Prozesse definieren
- den Businessplan perfektionieren
- jede Eventualität bedenken
Das hat natürlich Vorteile.
Aber manchmal wird Vorbereitung zum Ersatz für Handlung.
Ich finde den amerikanischen Ansatz interessant:
Teste früher.
Eine Landingpage kann schneller zeigen, ob Interesse vorhanden ist, als sechs Monate Markenentwicklung.
Ein erstes Kundengespräch kann mehr Erkenntnisse bringen als 50 Seiten Businessplan.
Ein kleiner Auftrag kann mehr über einen Markt zeigen als eine theoretische Marktanalyse.
Nicht alles muss sofort skalieren
Das ist wichtig.
Schnell starten bedeutet nicht, schnell Millionen auszugeben.
Im Gegenteil.
Ich finde die Kombination viel interessanter:
klein starten + schnell lernen + nur bei Beweisen investieren.
5. Ein Unternehmen wird als Asset betrachtet
Dieser Punkt ist für meine eigene Denkweise wahrscheinlich einer der wichtigsten.
Einkommen und Unternehmenswert sind zwei unterschiedliche Dinge
Wenn ich als Unternehmer jeden Monat einen bestimmten Betrag verdiene, habe ich Einkommen.
Wenn ich gleichzeitig ein Unternehmen aufbaue, das unabhängig von meiner persönlichen Arbeitszeit funktioniert, entsteht etwas anderes:
Unternehmenswert.
Das Unternehmen besitzt möglicherweise:
- Kundenbeziehungen
- Marke
- Website
- Rankings
- Prozesse
- Mitarbeiter
- Verträge
- Daten
- Technologie
- Vertrieb
- Cashflow
Diese Dinge können zusammen einen wirtschaftlichen Wert bilden.
Und genau hier verändert sich die Perspektive.
Ich möchte nicht nur arbeiten.
Ich möchte Assets aufbauen.
6. Ownership wird größer gedacht
Das amerikanische Unternehmertum ist stark mit dem Begriff Ownership verbunden.
Und diesen Gedanken finde ich persönlich extrem wichtig.
Wer besitzt den Wert, der entsteht?
Das ist eine Frage, die Unternehmer viel häufiger stellen sollten.
Wenn du fünf Jahre lang ein Unternehmen aufbaust:
Wer besitzt am Ende das Unternehmen?
Wenn du eine Marke entwickelst:
Wem gehört die Marke?
Wenn du eine Website mit tausenden Besuchern aufbaust:
Wer besitzt das Asset?
Wenn du ein Team entwickelst:
Ist das Unternehmen so organisiert, dass es auch ohne dich funktioniert?
Das sind für mich echte Unternehmerfragen.
Denn:
Umsatz ist nicht automatisch Eigentum. Arbeit ist nicht automatisch Vermögen.
Ownership entsteht dort, wo du einen wirtschaftlichen Anteil an einem wertvollen Asset hältst.
7. Der Markt darf groß sein
Ein weiterer Punkt, den ich aus der amerikanischen Perspektive interessant finde, ist die frühe Orientierung auf große Märkte.
Warum nur lokal denken?
Natürlich kann ein lokales Unternehmen hervorragend sein.
Ein guter regionaler Dienstleister kann ein sehr profitables Unternehmen werden.
Aber bei digitalen Geschäftsmodellen gibt es oft keinen Grund, geografisch klein zu denken.
Wenn eine Nachfrage in Dortmund existiert, könnte sie vielleicht auch in Hamburg existieren.
Wenn sie in Deutschland existiert, vielleicht auch in Österreich.
Wenn sie in Europa existiert, vielleicht irgendwann darüber hinaus.
Die Frage lautet:
Welche Grenzen sind wirklich durch das Geschäftsmodell gegeben – und welche existieren nur in meinem Kopf?
Das finde ich eine sehr unternehmerische Frage.
8. Der amerikanische Begriff „Scale“ verändert die Perspektive
In der Startup-Welt wird sehr viel über Scaling gesprochen.
Ich finde den Begriff interessant, obwohl ich ihn nicht für jedes Unternehmen passend finde.
Nicht jedes Unternehmen muss skalieren
Ein regionaler Handwerksbetrieb muss nicht zwangsläufig ein internationales Unternehmen werden.
Ein hochprofitabler Spezialdienstleister kann ein hervorragendes Unternehmen sein, ohne 500 Mitarbeiter zu beschäftigen.
Aber wenn Skalierung möglich ist, sollte man sie zumindest prüfen.
Zum Beispiel durch:
- Technologie
- Standardisierung
- Prozesse
- Partnernetzwerke
- Franchise
- digitale Nachfrage
- zentrale Plattformen
- wiederkehrende Umsätze
- mehrere Standorte
- Akquisitionen
Das führt zu einer wichtigen Frage:
Was müsste sich verändern, damit aus meinem Geschäftsmodell ein größeres Unternehmen werden könnte?
9. Kapital wird als Werkzeug verstanden
Ein weiterer Punkt, den ich aus der amerikanischen Unternehmenswelt interessant finde, ist der offenere Umgang mit Kapital.
Kapital ist nicht automatisch etwas Negatives
In Deutschland wird Fremdkapital teilweise sehr kritisch betrachtet.
Natürlich sollte man Schulden nicht leichtfertig aufnehmen.
Aber Kapital kann ein Werkzeug sein.
Wenn ein funktionierendes Unternehmen beispielsweise eine gute Möglichkeit hat, durch zusätzliches Kapital schneller zu wachsen, kann Finanzierung sinnvoll sein.
Das gleiche gilt für Beteiligungskapital.
Nicht jede Finanzierung ist gut
Die entscheidende Frage ist:
Was bekomme ich für das Kapital – und welchen Preis bezahle ich dafür?
Kapital kann Wachstum beschleunigen.
Aber es kann auch Druck erzeugen.
Wenn das Geschäftsmodell noch nicht funktioniert, macht zusätzliches Kapital ein schlechtes Geschäftsmodell nicht automatisch besser.
Deshalb bleibt mein persönlicher Ansatz:
Erst Nachfrage beweisen. Dann Kapital effizient einsetzen.
10. Unternehmer denken stärker in Möglichkeiten
Ein Gedanke, den ich besonders spannend finde:
Ein Unternehmer muss nicht immer sofort wissen, was aus einer Idee wird.
Eine Geschäftsidee kann eine Option sein
Ich finde diese Perspektive für meine eigene Arbeit sehr interessant.
Ich kann beispielsweise:
- eine Domain entwickeln
- eine Website aufbauen
- Content erstellen
- SEO testen
- Nachfrage erzeugen
- erste Kunden gewinnen
- einen Markt beobachten
Vielleicht wird daraus ein Unternehmen.
Vielleicht nicht.
Vielleicht findet sich später ein Partner.
Vielleicht wird daraus ein Joint Venture.
Vielleicht wird das Projekt verkauft.
Vielleicht wird es mit einem anderen Unternehmen verbunden.
Vielleicht bleibt es einfach eine kleine profitable Website.
Das Entscheidende:
Ich muss heute noch nicht wissen, was daraus in fünf Jahren wird.
Ich muss zunächst eine echte Möglichkeit schaffen.
11. „Fail fast“ ist interessant – aber nicht grenzenlos
Der amerikanische Startup-Gedanke des schnellen Scheiterns wird häufig zitiert.
Ich sehe ihn differenzierter.
Nicht jedes Scheitern ist gut
Wenn ich zehnmal dieselbe falsche Entscheidung treffe, habe ich nicht besonders schnell gelernt.
Ich habe nur zehnmal Geld verloren.
Deshalb gefällt mir eine andere Interpretation besser:
Teste früh, lerne früh und begrenze den Schaden.
Wenn eine Geschäftsidee nicht funktioniert, möchte ich lieber nach drei Monaten wissen, warum, als nach drei Jahren.
Das ist kein Scheitern.
Das ist Lernen.
12. Unternehmerisches Selbstvertrauen
Eine weitere Denkweise, die ich interessant finde, ist das Selbstverständnis vieler amerikanischer Gründer.
Es gibt eine gewisse Selbstverständlichkeit bei der Aussage:
„Ich baue ein Unternehmen.“
Nicht erst auf Erlaubnis warten
Ich glaube, dass viele Menschen zu lange darauf warten, sich selbst Unternehmer nennen zu dürfen.
Sie brauchen:
- die perfekte Idee
- den perfekten Lebenslauf
- die perfekte Finanzierung
- die perfekte Website
- die perfekten Kontakte
Dabei beginnt Unternehmertum häufig viel früher.
Vielleicht mit der ersten Geschäftsidee.
Vielleicht mit dem ersten Kunden.
Vielleicht mit dem ersten selbst verdienten Euro.
Vielleicht mit dem ersten Problem, das man für jemand anderen löst.
Man muss nicht darauf warten, dass jemand sagt:
„Jetzt bist du Unternehmer.“
13. Netzwerke sind Teil des Geschäftsmodells
Im amerikanischen Startup-Ökosystem spielen Netzwerke eine enorme Rolle.
Gründer treffen andere Gründer.
Investoren treffen Unternehmer.
Mitarbeiter wechseln zwischen Startups.
Ideen werden geteilt.
Partner entstehen.
Unternehmertum ist kein Einzelspiel
Dieser Gedanke ist mir besonders wichtig.
Ich glaube immer weniger daran, dass ein Unternehmer alles selbst machen sollte.
Ich möchte Menschen zusammenbringen.
Unternehmerpersönlichkeiten.
Branchenexperten.
Operative Partner.
Menschen mit Ideen.
Menschen mit Kapital.
Menschen mit Zugang zu Märkten.
Denn manchmal ist eine Geschäftsidee gar nicht das Problem.
Es fehlt nur die richtige Kombination von Menschen.
14. Unternehmerpersönlichkeit und Geschäftsmodell müssen zusammenpassen
Ein Punkt wird meiner Meinung nach häufig unterschätzt.
Nicht jedes Geschäftsmodell passt zu jedem Unternehmer.
Ein Unternehmen muss zum Unternehmer passen
Wenn du Freiheit möchtest, ist ein Geschäftsmodell mit extrem hoher persönlicher operativer Abhängigkeit möglicherweise nicht ideal.
Wenn du gerne Menschen führst, kann ein rein solitäres Geschäftsmodell unpassend sein.
Wenn du gerne neue Dinge entwickelst, kann ein stark standardisiertes Unternehmen irgendwann langweilig werden.
Wenn du Sicherheit möchtest, ist ein hochriskantes Startup vielleicht nicht das richtige Spielfeld.
Deshalb finde ich die Frage wichtig:
Welche Art von Unternehmen möchte ich eigentlich besitzen?
Nicht nur:
„Welches Unternehmen kann ich gründen?“
15. Der Unternehmer als Kapitalallokator
Je länger ich über Unternehmertum nachdenke, desto interessanter finde ich diese Entwicklung:
Builder → Owner → Investor
Zuerst muss man etwas aufbauen
Am Anfang steht die Arbeit.
Eine Idee.
Ein Angebot.
Ein Kunde.
Ein Geschäftsmodell.
Cashflow.
Dann entsteht Ownership.
Das Unternehmen wird zum Asset.
Und irgendwann kann der Unternehmer beginnen, Kapital und Erfahrung neu zu verteilen.
Dann wird aus einem Unternehmen vielleicht eine Unternehmensgruppe
Das ist genau die Richtung, die mich persönlich interessiert.
Nicht unbedingt:
„Wie baue ich ein einziges möglichst großes Unternehmen?“
Sondern:
„Wie kann ich langfristig mehrere gute Unternehmen und Beteiligungen besitzen?“
Das ist eine andere Denkweise.
Und ich finde, dass die amerikanische Unternehmer- und Investmentkultur diese Perspektive besonders sichtbar macht.
16. Wachstum ist nicht das einzige Ziel
Hier würde ich mich allerdings bewusst von einem Teil der amerikanischen Startup-Kultur distanzieren.
Nicht jedes Unternehmen muss maximal wachsen
Ich halte wenig von Wachstum um des Wachstums willen.
Wenn ein Unternehmen:
- profitabel ist
- gute Mitarbeiter hat
- zufriedene Kunden besitzt
- dem Eigentümer Freiheit gibt
- langfristig stabil ist
kann es ein hervorragendes Unternehmen sein.
Auch ohne Hypergrowth.
Auch ohne Venture Capital.
Auch ohne Millionenbewertung.
Auch ohne Exit.
Das ist für mich wichtig.
Denn Unternehmertum sollte das Leben verbessern.
Nicht das Leben auffressen.
17. Der amerikanische Ansatz hat auch Schattenseiten
Man sollte die USA nicht romantisieren.
Mehr Risiko bedeutet auch mehr Risiko
Eine Kultur, die stark auf Wachstum, Wettbewerb und Ambition setzt, erzeugt nicht nur Gewinner.
Es gibt auch:
- gescheiterte Unternehmen
- hohe Verschuldung
- enormen Leistungsdruck
- extreme Arbeitsbelastung
- überhöhte Bewertungen
- unnötige Finanzierung
- kurzfristiges Denken
- Gründer-Burnout
Auch in den USA scheitern Unternehmen.
Auch dort gibt es schlechte Geschäftsmodelle.
Auch dort werden Trends überschätzt.
Und auch dort kann ein Unternehmer ein Unternehmen besitzen, das auf dem Papier wertvoll aussieht, aber wirtschaftlich kaum Freiheit erzeugt.
18. Was ich nicht aus den USA übernehmen würde
Ich möchte nicht einfach alles kopieren, was amerikanisch klingt.
Nicht jede amerikanische Business-Idee passt nach Deutschland
Andere:
- Gesetze
- Steuern
- Arbeitsmärkte
- Finanzierungssysteme
- Kulturen
- Kundenerwartungen
- Marktstrukturen
machen einen direkten Vergleich schwierig.
Deshalb interessiert mich weniger die Frage:
„Was machen amerikanische Unternehmer anders?“
Und mehr:
„Welche Denkweise dahinter könnte für mich sinnvoll sein?“
Das ist ein großer Unterschied.
19. Was ich persönlich übernehmen möchte
Wenn ich die für mich interessanten Elemente zusammenfasse, bleiben einige Grundprinzipien übrig.
1. Größer denken
Nicht automatisch größer werden.
Aber größer denken dürfen.
2. Früher testen
Nicht monatelang planen, bevor die Realität überhaupt eine Chance bekommt.
3. Ownership aufbauen
Nicht nur Einkommen erzeugen.
Assets besitzen.
4. Chancen sehen
Eine kleine Geschäftsidee kann eine Option auf etwas Größeres sein.
5. Menschen zusammenbringen
Unternehmen entstehen nicht nur aus Ideen.
Sie entstehen aus Menschen.
6. Kapital als Werkzeug verstehen
Nicht Kapital um jeden Preis.
Aber Kapital dort einsetzen, wo es Wert schaffen kann.
7. Langfristig denken
Nicht jeder Erfolg muss sofort sichtbar sein.
20. Was Deutschland von dieser Denkweise lernen könnte
Ich glaube nicht, dass Deutschland seine gesamte Unternehmenskultur amerikanisieren sollte.
Aber ein bisschen mehr unternehmerisches Selbstbewusstsein würde uns meiner Meinung nach nicht schaden.
Wir dürfen wieder mehr ausprobieren
Mehr Menschen könnten sagen:
„Ich probiere es.“
Nicht:
„Was, wenn es nicht funktioniert?“
Mehr Menschen könnten fragen:
„Was könnte daraus entstehen?“
Nicht nur:
„Wie viel kostet das?“
Mehr Menschen könnten sagen:
„Ich möchte ein Unternehmen aufbauen.“
Ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen.
21. Meine persönliche Schlussfolgerung
Was mich an der amerikanischen Denkweise am meisten interessiert, ist nicht Silicon Valley.
Nicht Venture Capital.
Nicht Unicorns.
Nicht Milliardenbewertungen.
Es ist etwas viel Einfacheres:
Die Bereitschaft, eine Möglichkeit ernst zu nehmen.
Eine Idee muss nicht sofort perfekt sein.
Ein Unternehmer muss nicht sofort alles wissen.
Ein Unternehmen muss nicht sofort groß sein.
Aber jemand muss den ersten Schritt machen.
Ich möchte nicht kleiner denken, nur weil das Umfeld kleiner denkt
Das ist wahrscheinlich eines meiner wichtigsten persönlichen Learnings.
Ich möchte realistisch bleiben.
Ich möchte Risiken verstehen.
Ich möchte nicht jedem Startup-Trend hinterherlaufen.
Aber ich möchte mir auch nicht selbst Grenzen setzen, bevor der Markt es überhaupt getan hat.
Wenn ich eine Geschäftsmöglichkeit sehe, möchte ich prüfen:
- Kann daraus Nachfrage entstehen?
- Kann daraus Cashflow entstehen?
- Kann daraus ein Unternehmen entstehen?
- Kann daraus Unternehmenswert entstehen?
- Kann daraus Ownership entstehen?
Und wenn die Antwort irgendwann Ja lautet, stellt sich die nächste Frage:
Was könnte daraus werden?
22. Unternehmerische Denkweise ist keine Nationalität
Am Ende möchte ich aus diesem Thema keine USA-vs.-Deutschland-Debatte machen.
Unternehmertum kennt keine Landesgrenzen
Ein deutscher Unternehmer kann amerikanisch denken.
Ein amerikanischer Unternehmer kann sehr konservativ denken.
Ein Gründer in Berlin kann globaler denken als jemand im Silicon Valley.
Es geht nicht um Nationalität.
Es geht um Perspektive.
Für mich bedeutet unternehmerisches Denken zunehmend:
- Möglichkeiten sehen.
- Risiken verstehen.
- klein anfangen.
- schnell lernen.
- Assets aufbauen.
- Ownership sichern.
- Menschen verbinden.
- langfristig denken.
Und irgendwann vielleicht:
Kapital und Erfahrung wieder in neue Möglichkeiten investieren.
Fazit: Was ich aus den USA über Unternehmertum mitnehme
Ich glaube nicht, dass amerikanische Unternehmer grundsätzlich bessere Unternehmer sind.
Aber die amerikanische Businesskultur hat einige Denkweisen hervorgebracht, von denen ich persönlich lernen kann.
Vor allem diese:
Think bigger.
Start sooner.
Test faster.
Own more.
Build for the long term.
Für mich geht es dabei nicht darum, eine amerikanische Kopie eines Unternehmers zu werden.
Ich möchte meinen eigenen Weg entwickeln.
Aber ich möchte mir erlauben, größer über diesen Weg nachzudenken.
Ich möchte nicht nur Einkommen erzeugen.
Ich möchte Assets entwickeln.
Ich möchte nicht nur operativ arbeiten.
Ich möchte Unternehmen aufbauen.
Ich möchte nicht nur ein Unternehmen besitzen.
Ich möchte langfristig eine Unternehmensgruppe entwickeln.
Und ich möchte dabei nicht vergessen, warum ich das überhaupt mache:
Freiheit.
Zeit.
Unternehmerische Gestaltungsmöglichkeit.
Und die Möglichkeit, immer wieder neue Dinge aufzubauen.
Vielleicht ist das die unternehmerische Denkweise aus den USA, die ich für mich am stärksten mitnehme:
Du musst nicht heute wissen, wie groß etwas werden kann. Aber du solltest dir erlauben, die Möglichkeit überhaupt zu sehen.

